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Planung B30 Zwischenausbau Biberach/Jordanbad - Oberessendorf
Hauptprojekt
B 30 Oberessendorf - Biberach/Jordanbad
3-streifiger Zwischenausbau der B 30 (2+1)

Istzustand
Der dreistreifige Zwischenausbau der Bundesstraße 30 zwischen Oberessendorf und Biberach/Jordanbad kann aus heutiger Sicht als weitgehend abgeschlossen angesehen werden. Er erfolgte auf 6,9 Kilometern in den Jahren 2001 bis 2013 auf fünf von sechs Bauabschnitten. Der letzte Bauabschnitt zwischen Unteressendorf und dem südlichen Anschluss Hochdorf wird nach derzeitigem Stand nicht mehr realisiert.
3-streifiger Zwischenausbau der B 30
| Lage | TK 7924, TK 8024 Baden-Württemberg Region Donau-Iller Landkreis Biberach |
| Ziele | Verbesserung der Verkehrssituation als Übergangslösung bis zu einem zweibahnigen Ausbau. |
| Zuständigkeit | Regierungspräsidium Tübingen |
| Status | Vom Jahr 2001 bis 2013 wurden fünf von sechs Bauabschnitte umgesetzt. Eine Realisierung des letzten noch fehlenden Abschnitts zwischen Unteressendorf und dem südlichen Anschluss Hochdorf scheint derzeit unrealistisch. |
| Länge | 6,900 von 7,840 km fertiggestellt |
| Baukosten | 13,9 Mio. Euro |
| Planung | Die Planung des dreistreifigen Zwischenausbaus erfolgte ab Mitte der 1990er-Jahre bis in die erste Hälfte der 2010er-Jahre. Die Planung wurde vor der kompletten Fertigstellung eingestellt. Ursächlich waren Umweltbelange bei der Planung des letzten Ausbauabschnitts zwischen Unteressendorf und dem südlichen Anschluss Hochdorf. |
| Baubeginn | ▪ 2001 Südliche Rißbrücke bei Hochdorf - Anschluss Appendorf ▪ 2004 Bahnbrücke bei Hochdorf - südliche Rißbrücke bei Hochdorf ▪ 2004 Anschluss Appendorf - nördliche Rißbrücke ▪ 2007 Oberessendorf – Unteressendorf ▪ 2010 Nördliche Rißbrücke - Bahnbrücke beim Jordanbad |
| Verkehrsfreigabe | ▪ 2001 Südliche Rißbrücke bei Hochdorf - Anschluss Appendorf ▪ 2004 Bahnbrücke bei Hochdorf - südliche Rißbrücke bei Hochdorf ▪ 2005 Anschluss Appendorf - nördliche Rißbrücke ▪ 2007 Oberessendorf – Unteressendorf ▪ 2013 Nördliche Rißbrücke - Bahnbrücke beim Jordanbad |
| Bauabschnitte | ▪ 1a: Oberessendorf – Unteressendorf ▪ 1b: Unteressendorf - Anschluss Hochdorf ▪ 2a: Bahnbrücke bei Hochdorf - südliche Rißbrücke bei Hochdorf ▪ 2b: Südliche Rißbrücke bei Hochdorf - Anschluss Appendorf ▪ 3a: Anschluss Appendorf - nördliche Rißbrücke ▪ 3b: Nördliche Rißbrücke - Bahnbrücke beim Jordanbad |
| Bauwerke | ▪ Neubau von 5 Brückenbauwerken |
Planung
Um die Verkehrssituation auf der B 30 zwischen Oberessendorf und Biberach/Jordanbad zu verbessern, begann das Regierungspräsidium Tübingen in den 1990er-Jahren mit der Erarbeitung einer Konzeption für einen dreistreifigen Ausbau (2+1-Ausbau). Das Konzept wurde im Jahr 2001 der Öffentlichkeit vorgestellt. Der vorgesehene Zwischenausbau sollte als Übergangslösung bis zu einem zweibahnigen Ausbau dienen. Geplant war ein Ausbau im reduzierten Regelquerschnitt 11,5+, ohne Sperrfläche zwischen den Fahrtrichtungen.
Spätere Ausbaustandards legten größeren Wert auf Verkehrssicherheit und sahen statt einer Sperrfläche einen grün markierten Trennstreifen (verkehrstechnischer Mittelstreifen) vor, der an der B 30 jedoch nicht umgesetzt wurde. Auch auf eine (teil-)planfreie Gestaltung wurde verzichtet, sofern diese nicht bereits vorhanden war.
Das Ausbauvorhaben wurde in drei Bauabschnitte gegliedert, von denen jeder zusätzlich in zwei Teilabschnitte unterteilt wurde:
Bauabschnitt 1: Oberessendorf - Hochdorf
1a Oberessendorf - Unteressendorf
1b Unteressendorf - Anschluss Hochdorf
Bauabschnitt 2: Hochdorf - Appendorf
2a Bahnbrücke bei Hochdorf - südliche Rißbrücke bei Hochdorf
2b südliche Rißbrücke bei Hochdorf - Anschluss Appendorf
Bauabschnitt 3: Appendorf - Biberach/Jordanbad
3a Anschluss Appendorf - nördliche Rißbrücke
3b nördliche Rißbrücke - Bahnbrücke beim Jordanbad
Im Wesentlichen bestimmten bestehende Bauwerke die Länge und Lage der Ausbauabschnitte. Lediglich der Streckenabschnitt vom Anschluss Appendorf bis Biberach/Jordanbad wurde vollständig neu ausgebaut – einschließlich der drei Brückenbauwerke. Diese befanden sich in einem schlechten Zustand und mussten erneuert werden. Die Brücke über die Südbahn bei Ummendorf wurde unter Verkehr neben der bestehenden Brücke neu erbaut, die übrigen Brückenbauwerke dagegen unter Vollsperrung an selben Stelle neu errichtet.
Im Zuge des Ausbaus wurde zum einen die Trassierung zwischen der Brücke über das Jordanei und der neu errichteten Brücke über die Südbahn bei Ummendorf angepasst. Zum anderen wurde die Auffahrt Biberach/Jordanbad in Richtung Ravensburg umgebaut, um ein zügigeres Einfädeln zu ermöglichen. In den Siebzigerjahren war von einem baldigen zweibahnigen Ausbau der B 30 ausgegangen worden. Deshalb war die zuvor bestehende Auffahrt so ausgeführt, dass sie vom Jordanei kommend vor der Einmündung in die Bundesstraße eine 90°-Kurve aufwies. In der später geplanten Endausbaustufe sollte an dieser Stelle die zweite Richtungsfahrbahn ergänzt werden. Der Knick wäre damit entfallen und stattdessen ein Beschleunigungsstreifen vorgesehen worden.
Im Abschnitt zwischen der Bahnbrücke und der Rißbrücke bei Hochdorf erforderte der Zwischenausbau eine Erweiterung der Brücke über die Bahnhofstraße (K 7564). Dies wurde durch den Bau eines neuen Teilbauwerks neben der bestehenden Brücke realisiert, was jedoch eine Teilung der Fahrbahn in diesem Bereich notwendig machte.
Im Zuge des Ausbaus wurde zudem ein Parkplatz zwischen der Auffahrt bei Appendorf und der Rißbrücke bei Hochdorf aufgegeben und renaturiert. Außerdem wurde ein Brückenbauwerk über die B 30 in diesem Bereich einschließlich des Straßendamms abgebrochen. Die Brücke war zuvor von der Land- und Forstwirtschaft genutzt worden.
Im Jahr 2001 begann der Bau. Im September desselben Jahres wurde der erste fertiggestellte Abschnitt von der Rißbrücke bei Hochdorf bis zur Anschlussstelle Appendorf für den Verkehr freigegeben. In den folgenden Jahren kamen weitere Abschnitte hinzu. Durch rechtliche Änderungen, insbesondere die zunehmende Verschärfung des Umweltrechts, wurden die Planungen zunehmend komplexer und zeitaufwendiger. Während anfangs einfache Plangenehmigungen ausreichten, erforderten spätere Abschnitte umfangreiche Planfeststellungsverfahren. Hinzu kamen Klagen, unter anderem wegen der als zu breit empfundenen Fahrbahn und des damit verbundenen Flächenbedarfs.
Möglich wurde das Projekt, weil das Land Baden-Württemberg zu dieser Zeit eigenständig über die Verwendung des Etats für Neu- und Umbaumaßnahmen an Bundesstraßen entscheiden konnte. Dies stieß im von der SPD geführten Bundesministerium für Verkehr auf Kritik. Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Verkehr, Karin Roth, betonte im Jahr 2008 bei einer Veranstaltung in Biberach an der Riß, dass Unterhalt und Sanierung Vorrang hätten. Die Landesregierung führte den dreistreifigen Zwischenausbau dennoch durch.
Es zeigte sich, dass die kleinteilige Unterteilung in sechs kurze Teilabschnitte und die zeitversetzte Planung selbst einen vergleichsweise einfachen dreistreifigen Ausbau im reduzierten Regelquerschnitt 11,5+ erheblich verzögerten. Mehr als 20 Jahre nach Beginn der Projektplanung war der dreistreifige Ausbau auf einer Gesamtlänge von 7,84 Kilometern noch nicht vollständig abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt waren fünf der sechs Abschnitte fertiggestellt. Am letzten, noch ausstehenden Abschnitt von Unteressendorf bis zum südlichen Anschluss Hochdorf stellte die Landesregierung die Planungen ein. Ursächlich waren offenbar Umweltbelange. Realisiert wurden fünf Ausbauabschnitte mit einer Gesamtlänge von rund 6,9 Kilometern:
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BA |
Bezeichnung |
Baubeginn |
Freigabe |
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1a |
Oberessendorf – Unteressendorf |
2007 |
2007 |
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1b |
Unteressendorf - Anschluss Hochdorf |
Planung eingestellt |
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2a |
Bahnbrücke bei Hochdorf - südliche Rißbrücke bei Hochdorf |
2004 |
2004 |
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2b |
südliche Rißbrücke bei Hochdorf - Anschluss Appendorf |
2001 |
2001 |
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3a |
Anschluss Appendorf - nördliche Rißbrücke |
2004 |
2005 |
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3b |
nördliche Rißbrücke - Bahnbrücke beim Jordanbad |
2010 |
2013 |
Verlauf
Der dreistreifige Ausbau erfolgte auf der vorhandenen Trasse der Bundesstraße.
Literatur
- Franz Fischer: Bundesstraße 30 - Geschichte, Bad Waldsee 2025, ISBN 978-9-4038-4773-3
- Franz Fischer: Vergessene Hauptachse, Bad Waldsee 2020, ISBN 978-3-7526-6238-2
Seite erstellt am: 09. Juli 2025