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Vereinfachte Unfallstatistik
Übersicht
Hinweise
Die vereinfachte Unfallstatistik liefert ein kompaktes Lagebild zu Straßenverkehrsunfällen auf der Bundesstraße 30. Sie basiert im Wesentlichen auf öffentlich bekannt gewordenen Unfällen und bildet die Zahl der Unfälle mit Personenschaden, der Verunglückten, Getöteten sowie Schwer- und Leichtverletzten mit hoher Genauigkeit ab. Seit 2016 erfolgt ein Abgleich mit dem amtlichen Unfallatlas. Dennoch ist mit einer Abweichung von etwa zehn Prozent zu rechnen.
Bei der Gesamtzahl der Unfälle (mit und ohne Personenschaden) sind die Unterschiede deutlich größer, da nur gemeldete und öffentlich bekannt gewordene Unfälle einbezogen werden. Schätzungen zufolge liegt die tatsächliche Unfallzahl etwa doppelt so hoch, vor allem weil über leichte Unfälle mit reinem Sachschaden kaum berichtet wird.
Langzeitentwicklung
In einzelnen Jahren treten in der Regel Spitzen auf, die nicht unbedingt eine Aussagekraft haben. Aussagekräftiger ist die Langzeitentwicklung. Diese liegt aktuell für den Zeitraum 2006-2024 vor. Die Langzeitentwicklung gibt Hinweise auf dauerhafte Sicherheitsdefizite nach Ortsbereich.
Hierbei ist zu beachten, dass die Zahlen für Ravensburg und Untereschach den Mittelwert erst ab dem Jahr 2021 angeben. Grund ist der Bau der B 30 neu von Ravensburg-Süd bis Ravensburg-Eschach.
Die „Initiative B30“ veröffentlicht im „B30 Insider“ jährlich eine Auswertung nach Unfallschwerpunkte und Unfallhäufungslinien anhand von 3-Jahreskarten. Diese Auswertung erfolgt nach den bundesweit anerkannten Richtlinien. Dabei gehen jedoch dauerhafte Sicherheitsdefizite nach Ortsbereich unter. Da eine Langfristbetrachtung über mehrere Jahrzehnte auf Dauer ebenfalls ungenau sein kann, wird experimentell an einer 10-Jahreskarte gearbeitet.
Langzeitentwicklung der Unfälle mit Personenschaden auf Bundesstraßen im Bundes- und Landesvergleich pro Jahr
Langfristig betrachtet ereignen sich auf der B 30 weniger Unfälle mit Personenschaden, als im Bundes- (-25,9%) und Landesdurchschnitt (-34,7%). Auch die Anzahl der Verunglückten (-20,6% und -30,8%), Schwer- (-4,2% und -17,1%) und Leichtverletzten (-25,3% und -34,8%) ist unterdurchschnittlich. Dagegen ist die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer deutlich überdurchschnittlich. Im Durchschnitt verunglücken auf der B 30 etwa 67,5% mehr Verkehrsteilnehmer tödlich, als auf anderen Bundesstraßen in Deutschland und rund 35,5% in Baden-Württemberg. Die häufigste Unfallart von Unfällen mit Todesfolge ist ein Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr.
Ursächlich für dieses statistische Ergebnis sind die nicht voll ausgebauten Streckenabschnitte. Die B 30 zeichnet sich gegenüber anderen Bundesstraßen dadurch aus, dass sie in den vollständig ausgebauten Streckenabschnitten insgesamt deutlich sicherer ist, während es in den nicht ausgebauten Abschnitten zu teils deutlich höheren Personenschäden kommt. Dabei zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: Etwa 10-15% aller Unfälle ereignen sich auf dem voll ausgebauten Abschnitt zwischen Ulm und Biberach. Dagegen entfallen etwa 85-90% der Unfälle auf den übrigen Abschnitt von Biberach bis Friedrichshafen. Allein auf den Landkreis Ravensburg und den Bodenseekreis entfallen rund 80-85% aller Unfälle. Insgesamt mildern die ausgebauten Streckenabschnitte die Unfallstatistik für die B 30 im bundesweiten und landesweiten Vergleich spürbar ab.
Langzeitentwicklung der Unfälle in den Landkreisen pro Jahr
Bei der langfristigen Betrachtung der schwerwiegenden Straßenverkehrsunfälle auf den Bundesstraßen in den sechs Stadt- und Landkreisen von Ulm bis zum Bodensee ergibt sich folgendes Bild: 16,2% der schwerwiegenden Unfälle auf Bundesstraßen im Landkreis Ravensburg ereigneten sich von 2006-2024 auf der B 30. Das ist der höchste Wert unter den Stadt-/Landkreisen. Jeder 6. schwerwiegende Unfall auf Bundesstraßen im Landkreis Ravensburg ereignete sich auf der B 30.
Das deutliche Nord-Süd-Gefälle bei den Straßenverkehrsunfällen an der B 30 zeigt sich auch in der Zahl der verunglückten Personen. Von 2006-2024 entfielen auf den Landkreis Ravensburg und den Bodenseekreis 64% der Verunglückten, 45% der tödlich Verunglückten, 55% der Schwerverletzten und 67% der Leichtverletzten. Die Zahl der Verkehrstoten schwankt von Jahr zu Jahr zwischen den Kreisen. Langfristig zeigt sich jedoch eine Konzentration auf die Landkreise Biberach und Ravensburg mit einem langfristigen Anteil von 81%.
Langzeitentwicklung der Unfälle auf der B 30 nach durchschnittlicher Anzahl pro Jahr
(Abweichungen sind rundungsbedingt)
1 Der Streckenabschnitt bei Oberzell wurde 2019 eröffnet. Der dargestellte Durchschnittswert bezieht sich auf die Jahre ab 2019.
2 Aufgrund der räumlichen Nähe und schlechten "Trennbarkeit" wird der Abschnitt "Schwarzenbach" zu Senglingen gezählt.
3 Der dargestellte Durchschnittswert bezieht sich auf die Jahre ab 2021.
4 Die Unfallzahlen beziehen sich auf alle öffentlich bekannt gewordenen Verkehrsunfälle (mit und ohne Personenschaden). Schätzungen zufolge liegt die tatsächliche Zahl etwa doppelt so hoch, da über leichte Unfälle mit reinem Sachschaden kaum berichtet wird. Auf dem Abschnitt von Ulm bis zum Ausbauende bei Biberach sind die Verkehrsunfälle inzwischen nahezu vollständig erfasst. Auf den übrigen Abschnitten dürfte die tatsächliche Zahl deutlich höher liegen – etwa um den Faktor 1,4 vom Ausbauende bei Biberach bis zur Kreisgrenze Biberach/Ravensburg, um den Faktor 2,6 von dort bis zum Beginn der Ausbaustrecke nördlich von Baindt, um den Faktor 2,0 von dort bis zum Ausbauende bei Oberzell sowie um den Faktor 3,3 von dort bis Friedrichshafen.
Seite erstellt am: 11. März 2018