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Planung B30 Äpfingen - Biberach/Jordanbad
Teilprojekt
B 30 Äpfingen - Biberach/Jordanbad
Verlegung der B 30

- Istzustand
- 2-bahniger Neubau der B 30 mit insgesamt 4 Fahrstreifen
- Bedarfsplanung
- Bisherige Planung
- Verlauf
- Besonderheiten
- Informationsmaterial
Istzustand
Der Streckenabschnitt der Bundesstraße 30 von Äpfingen-Nord bis Biberach/Jordanbad ist seit 1981 zweibahnig fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben. Die Anschlussstelle Äpfingen-Nord existiert seit 1986 nicht mehr.
Während der Planung in den sechziger und siebziger Jahren tobten bei Mettenberg mehrere Trassenstreitigkeiten. Diese gipfelten darin, dass die Straße in diesem Bereich um ein Haar einbahnig erbaut worden wäre, während die übrige Strecke zweibahnig ausgeführt worden wäre. Die Trassenführung wurde erheblich verändert, allerdings zu kurvig angelegt. Dies zog in den Folgejahren zahlreiche Unfälle und schließlich eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 km/h nach sich. Die ursprünglich geplante Tank- und Rastanlage bei Mettenberg wurde aufgrund von Bürgerprotesten nicht errichtet. Die Parkplätze und WC-Anlagen wurden jedoch fertiggestellt. Erst später wurde auf beiden Parkplätzen jeweils ein privater Kiosk eingerichtet.
Im Zuge des Projekts entstanden die Ortsumfahrungen Maselheim-Äpfingen, Warthausen-Herrlishöfen und Biberach an der Riß. Zum Projekt gehörte auch die Errichtung eines Nordzubringers nach Biberach an der Riß und Warthausen. In diesem Zuge entstand zusätzlich die Ortsumfahrung Warthausen-Barabein. Hierzu wurde die alte Bundesstraße 30 aus dem Ortsbereich Barabein heraus verlegt.
2-bahniger Neubau der B 30 mit insgesamt 4 Fahrstreifen
| Projekt-Nr. | - |
| Teilprojekte | - |
| Lage | TK 7825, TK 7824, TK 7924 Baden-Württemberg Region Donau-Iller Landkreis Biberach |
| Ziele | Anbindung des süddeutschen Raumes an die Autobahn bei Ulm. Verkehrliche Entlastung der Ortsdurchfahrten. |
| Zuständigkeit | Regierungspräsidium Tübingen |
| Status | Das Projekt ist seit 1981 fertiggestellt und unter Verkehr |
| Länge | ▪ 11,5 km, davon: - 3,6 km von Äpfingen-Nord bis Biberach-Nord - 7,9 km von Biberach-Nord bis Biberach/Jordanbad |
| Baukosten | 55,6 Mio. DM |
| Planung |
Das Projekt ist seit 1981 fertiggestellt und unter Verkehr. Mit Ausnahme der im Regionalplan Donau-Iller 2024 genannten Anschlussstelle Bibearch-Zentrum bestehen aktuell keine weiteren Planungen.
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| Planfeststellung | - |
| Bauvorbereitung | - |
| Baubeginn | ▪ 1976 Äpfingen-Nord bis Biberach-Nord ▪ 1978 Biberach-Nord bis Biberach/Jordanbad |
| Verkehrsfreigabe | ▪ 1978 Äpfingen-Nord bis Biberach-Nord ▪ 1981 Biberach-Nord bis Biberach/Jordanbad |
| Bauabschnitte | ▪ Äpfingen-Nord bis Biberach-Nord ▪ Biberach-Nord bis Biberach/Jordanbad |
| Bauwerke | ▪ 18 Brückenbauwerke ▪ AS Biberach-Nord |
Bisherige Planung
Umstritten war die große Ortsumfahrung Biberach an der Riß – der Neubau der Bundesstraße 30 von Äpfingen-Nord bis Biberach/Jordanbad. Das Projekt umfasste die Ortsumfahrungen von Äpfingen, Barabein, Herrlishöfen und Biberach an der Riß. Im Bereich von Mettenberg war zeitweise vorgesehen, den Streckenabschnitt nur einbahnig auszuführen, während die übrigen Teilabschnitte zweibahnig geplant waren.
Der Planungsbeginn geht auf die Fünfzigerjahre zurück. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die große Ortsumfahrung Biberach an der Riß den Streckenabschnitt von Unteressendorf bis Äpfingen. Diese Planung wurde in die Teilabschnitte Unteressendorf – Ummendorf und Ummendorf – Äpfingen untergliedert, von denen der erste Bauabschnitt noch in den Sechzigerjahren einbahnig als Umfahrung der Orte Hochdorf, Schweinhausen, Appendorf, Rißegg-Halde und Ummendorf umgesetzt wurde.
Gegen die nördliche Planung Ummendorf – Äpfingen erhob sich aber in den Sechziger- und Siebzigerjahren erheblicher Widerstand.
Begonnen hatte der Streit 1961, als die Gemeinde Mettenberg über den Vorentwurf der neuen B 30 innerhalb der Markung Mettenberg informiert wurde. Das Regierungspräsidium Südwürttemberg-Hohenzollern in Tübingen schlug dabei zwei Trassenvarianten vor:
- Die Feldtrasse
Sie sollte ab der Markungsgrenze Bergerhausen über die Steigenäcker, Mittelgewand, Klotzholz und Fohrenäcker verlaufen, etwa 50 Meter östlich an der Kapelle in der Vorderen Au vorbei und über die Boschachäcker zum Warthauser Eck führen. Rund 100 Meter von Weiherschreiners Weiher entfernt sollte die L 280 durch eine Überführung und einen sieben Meter hohen Damm überquert werden. - Die Waldtrasse
Diese sollte statt über die Boschachäcker durch das Siechental in Richtung Äpfingen führen.
Die Straßenbauverwaltung gab der Feldtrasse den Vorzug. Die Waldtrasse wurde wegen der zu erwartenden Glatteisgefahr und dem Wildwechsel als weniger geeignet angesehen.
Am 27. Oktober 1961 lehnte der Mettenberger Gemeinderat die Feldtrasse wegen unzumutbarer Härten für die Landwirtschaft ab. Er sprach sich für die Waldtrasse aus, lehnte das Gesamtprojekt jedoch nicht grundsätzlich ab. In den folgenden Jahren wurden zahlreiche Versuche unternommen, die Feldtrasse abzuwenden – was die Straßenbauverwaltung auch immer vorschlug, nichts fand Zustimmung.
1965 kaufte die Straßenbauverwaltung den Hof von Jürgen Wenger bei Mettenberg auf. Der Gemeinderat hatte seine Zustimmung zur neuen B 30-Trasse davon abhängig gemacht, dass die Hofstelle Wenger erworben wird. Als Kompromiss wurde schließlich eine mittlere Trassenführung zwischen Feld- und Waldtrasse gewählt, bei der die Flur nicht zu stark durchschnitten wurde. In den folgenden Jahren kehrte bei Mettenberg zunächst Ruhe ein. Die Planungen wurden fortgeführt.
Im Mai 1974 erhoben die Bewohner des neu entstandenen Baugebiets Vordere Au III Einspruch gegen die geplante Tankstelle und die Parkplätze an der geplanten Straße. Sie forderten die Trasse weiter nach Osten zu verlegen, um einen größeren Abstand zum Baugebiet zu schaffen. Eine Auffahrt zur neuen B 30 lehnte der Gemeinderat wegen der zu erwartenden Verkehrsbelastung der Ortsdurchfahrt ab.
Erneut kam es zu einem Trassenstreit, der darin gipfelte, dass im zweiten Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen von 1976 im Bereich Mettenberg nur noch ein einbahniger Neubau mit zwei Fahrstreifen vorgesehen war. Die zweite Fahrbahn wurde zurückgestellt. Die übrige Strecke von Äpfingen bis Biberach/Jordanbad sollte jedoch zweibahnig mit insgesamt vier Fahrstreifen gebaut werden.
Im dritten Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen von 1980 erfolgte eine Korrektur, sodass die damals im Bau befindliche Strecke schließlich doch durchgängig zweibahnig ausgeführt wurde. Die geplante Tank- und Rastanlage bei Mettenberg entstand nicht. Die Parkplätze und WC-Anlagen wurden errichtet. In den folgenden Jahren eröffnete ein Kiosk.
Konkrete Planung
Die konkrete Projekplanung erfolgte ab 1969 unter der Bezeichnung „B 30: Äpfingen – Ummendorf”, ab 1975 als „A 89: Äpfingen – Ummendorf”.
Mit der Neunummerierung des deutschen Autobahnnetzes hatte der gesamte geplante neue Streckenzug der B 10 neu, B 30 neu und B 30 von Günzburg über Neu-Ulm, Biberach an der Riß und Ravensburg nach Friedrichshafen am 1. Januar 1975 die Bezeichnung „Bundesautobahn 89” erhalten.
Im Zuge der Maßnahme erfolgte ein 2-bahniger Neubau der A 89 von Äpfingen-Nord bis Biberach/Jordanbad. Der Anschluss Äpfingen-Nord besteht heute nicht mehr. Er lag südlich von Baltringen. In diesem Bereich befindet sich heute ein stillgelegter Parkplatz.
Die Bauarbeiten wurden 1976 als „A 89: Äpfingen – Ummendorf” aufgenommen. Der erste 3,6 km lange Bauabschnitt von Äpfingen-Nord bis Biberach-Nord wurde 1978 als A 89 fertiggestellt und für den Verkehr freigegeben.
1979 kam mit dem Bundesverkehrswegeplan 1980 und schließlich mit dem neuen Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen von 1980 das Aus für fast alle Autobahnplanungen in Baden-Württemberg. Folglich wurden auch die Pläne für die A 89 verworfen. Der Bundesverkehrswegeplan 1980 sah die Fortführung der Bundesautobahn 89 als Bundesstraße 30 vor. Die begonnenen Arbeiten wurden unter der Bezeichnung „Bundesstraße 30” fortgeführt. 1981 war der 2-bahnige Neubau abgeschlossen und die neue Straße wurde für den Verkehr freigegeben.
Insgesamt wurde die B 30 auf einer Länge von ca. 11,5 km neu erbaut. Davon entfielen 3,6 km auf den Streckenabschnitt von Äpfingen-Nord bis Biberach-Nord und 7,9 km auf den Streckenabschnitt von Biberach-Nord bis Biberach/Jordanbad.
Die Baukosten betrugen insgesamt 55,6 Millionen Deutsche Mark.
Verlauf
Die Neubaustrecke beginnt am Ende des ersten Bauabschnitts Unteressendorf – Ummendorf, am sogenannten Jordanei, beim Jordanbad bei Biberach. Dieses wurde bereits in den Sechzigerjahren einschließlich aller Brückenbauwerke neu errichtet. Das gesamte Verkehrsbauwerk war jedoch noch mehr als ein Jahrzehnt teilweise nicht für den Verkehr freigegeben.
Von dort führt die Bundesstraße den Jordanberg hinauf und umfährt Biberach und Mettenberg im Osten. Bei Warthausen-Barabein überquert sie mit einer Brücke die Öchslebahn, anschließend folgt die Anschlussstelle Biberach-Nord. Von dort führt die Strecke weiter, umfährt Maselheim-Äpfingen im Westen und endet südlich von Baltringen an der bereits in den Sechzigerjahren neu errichteten Ausbaustrecke in Richtung Ulm.
Besonderheiten
Besonders umstritten waren die Dimensionierung der Bundesfernstraße – also die Frage, ob sie einbahnig oder zweibahnig gebaut werden sollte –, die Frage, ob sie als Bundesautobahn oder Bundesstraße errichtet werden sollte, sowie der Streckenverlauf.
Nach Angaben von Zeitzeugen war nicht zuletzt die Autobahnplanung für den zweibahnigen Ausbau maßgeblich, sondern auch ein von der Bundesregierung aufgelegtes Konjunkturprogramm, das den zweibahnigen Ausbau förderte. Vor allem in den Siebzigerjahren war es nicht unüblich, zur Kosteneinsparung Bundesautobahnen zunächst nur einbahnig neu zu bauen und die Errichtung der zweiten Richtungsfahrbahn aufzuschieben. Einige Beispiele finden sich noch heute in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, etwa die A 62 zwischen Pirmasens und Landstuhl.
Interessanterweise rechtfertigte das Verkehrsaufkommen über Jahrzehnte hinweg keinen zweibahnigen Ausbau im Streckenabschnitt vom Jordanei bis Biberach-Nord. Aus heutiger Sicht war die damalige Entscheidung richtig, da sie der Verbesserung der Verkehrssicherheit dient.
Ein zweibahniger Ausbau wäre an diesem Bundesstraßenabschnitt aus heutiger Sicht kaum noch realistisch. Neben der Priorisierung anderer Vorhaben sprechen insbesondere die unterschiedlichen politischen Bewertungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene gegen einen solchen Ausbau. Hinzu kommen hohe Anforderungen an den Klima-, Natur- und Flächenschutz, die bei größeren Straßenbauvorhaben heute eine wesentlich größere Rolle spielen als bei früheren Planungen. Gleichzeitig werden die Notwendigkeit und der Umfang eines Ausbaus angesichts der bestehenden Verkehrssituation, der Unfallzahlen und der Verkehrsentwicklung unterschiedlich bewertet.
Literatur
- Franz Fischer: Bundesstraße 30 - Geschichte, Bad Waldsee 2025, ISBN 978-9-4038-4773-3
- Franz Fischer: Vergessene Hauptachse, Bad Waldsee 2020, ISBN 978-3-7526-6238-2
Seite erstellt am: 30. Juni 2025