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(Wiesbaden) - Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden stellte im Juli 2026 die bundesweite Statistik der Straßenverkehrsunfälle 2025 vor: Deutschlandweit verunglückten nach dem amtlichen Endergebnis für das vergangene Jahr 2.832 Menschen tödlich, rund 322.000 wurden leicht und 49.200 schwer verletzt. Die Polizei zählte bundesweit rund 2,52 Millionen Verkehrsunfälle.
Wie in den Vorjahren ereigneten sich 2025 die meisten Unfälle mit Personenschaden innerhalb von Ortschaften (74%), 66% der Verletzten und 34% der Getöteten wurden hier registriert. Die meisten Verkehrstoten gab es auf dem Straßentyp „Landstraße“ (56%). Auf den Autobahnen wurden 10% aller Getöteten gezählt.
Unfälle auf den Straßen außerhalb von Ortschaften hatten u. a. wegen höherer Fahrgeschwindigkeiten gravierendere Folgen als auf Straßen innerorts. Risikofaktoren auf Landstraßen sind fehlende Trennungen zum Gegenverkehr, unübersichtliche Überholmöglichkeiten, Kreuzungen oder ungeschützte Hindernisse neben der Fahrbahn.
Verkehrsunfälle auf der B 30
545 Verkehrsunfälle ereigneten sich 2025 auf der B 30. Dabei verunglückten statistisch gesehen 165 Menschen: Einer verstarb, 14 wurden schwer und 150 leicht verletzt. Zu berücksichtigen ist jedoch, dass aus statistischen Gründen nur einer von insgesamt zwei Verkehrstoten in die Statistik Eingang fand. Mindestens 649 Fahrzeuge waren beteiligt. Bei 93 Unfällen entstand Sachschaden von rd. 1,9 Mio. Euro. Zu 452 Unfällen liegen keine ausreichenden Daten über die Schadenshöhe vor. Der volkswirtschaftliche Schaden der bekannt gewordenen Verkehrsunfälle beträgt nach den Unfallkostensätzen der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen ca. 5,7 Mio. Euro.
Auch im Jahr 2025 ereigneten sich auf den ausgebauten Streckenabschnitten der B 30 weniger schwerwiegende Unfälle als auf den nicht voll ausgebauten Streckenabschnitten: Mit einem Längenanteil von ca. 47% ereigneten sich auf den nicht voll ausgebauten Streckenabschnitten rund 59% aller schweren Verkehrsunfälle. 61% der Verunglückten, 63% der Leicht- und 71% der Schwerverletzten sowie alle Verkehrstoten wurden dort gezählt.
Auf den nicht zweibahnigen Streckenabschnitten von Ravensburg bis Friedrichshafen verunglückten zwei Menschen schwer und 48 leicht. Dies betraf vor allem die Ortsdurchfahrten Meckenbeuren mit Ortsteilen sowie Friedrichshafen.
Auf dem Streckenabschnitt nördlich von Baindt bis Biberach/Riß verunglückten zehn Menschen schwer und 46 leicht. Hier wurden auch alle Verkehrstoten gezählt. Die Unfallschwerpunkte lagen bei Gaisbeuren, Enzisreute und Oberessendorf.
Langzeitbetrachtung 2006-2025
Die Bundesstraße 30 zeichnet sich weiterhin durch eine auffällige Häufung tödlicher Verkehrsunfälle aus: In den letzten 20 Jahren gab es auf der B 30 zwischen Ulm und Friedrichshafen 66% mehr Unfälle mit Todesfolge als im Durchschnitt auf Bundesstraßen in Deutschland. Auf den ausgebauten Streckenabschnitten kamen 2% mehr Menschen zu Tode als im Bundesdurchschnitt. Auf den nicht ausgebauten Streckenabschnitten waren es dagegen 141% und von nördlich von Baindt bis nach Biberach an der Riß 208%. Hier liegt das Risiko, tödlich zu verunglücken, dreimal so hoch wie im Bundesdurchschnitt (Bund: 2,34/100 km = 100%; B30: 7,2/100 km = 300%; das entspricht 200% mehr als im Durchschnitt). Schließlich verunglückten von Ravensburg bis Friedrichshafen noch 22% mehr Verkehrsteilnehmer tödlich als im Bundesdurchschnitt auf Bundesstraßen. Die meisten Verkehrstoten wurden in den letzten zwanzig Jahren bei Enzisreute (8), Bad Waldsee (8) und Dellmensingen (6) gezählt.
Ein deutliches Süd-Nord-Gefälle bei den Straßenverkehrsunfällen an der B 30 zeigt sich an den Anteilen der verunglückten Personen von 2006-2025. Auf den Bodenseekreis und den Landkreis Ravensburg entfielen 64% der Verunglückten, 54% der Schwerverletzten und 68% der Leichtverletzten. Bei der Zahl der Verkehrstoten zeigt sich eine Konzentration auf die Landkreise Ravensburg und Biberach mit einem Anteil von 81%.
Insgesamt verschlechtert sich die Verkehrssicherheit der Bundesstraße 30 von Nord nach Süd: Etwa 10-15% aller Unfälle ereignen sich auf dem voll ausgebauten Abschnitt zwischen Ulm und Biberach. 85-90% der Unfälle entfallen auf den übrigen Abschnitt von Biberach bis Friedrichshafen. Allein auf den Landkreis Ravensburg und den Bodenseekreis entfallen rund 80-85% aller Unfälle.
Unfallschwerpunkte
Das „Merkblatt zur örtlichen Unfalluntersuchung in Unfallkommissionen“ (M Uko) gibt Hinweise zur Erkennung von Unfallschwerpunkten.
Bei strikter Auslegung gibt es nach der Dreijahreskarte 2023–2025 an der B 30 insgesamt 13 Unfallschwerpunkte: Unfallhäufungsstellen in Friedrichshafen (2), bei Lochbrücke (1), in Buch (1), in Meckenbeuren (1), bei Untereschach (1), bei Enzisreute (1) und bei Gaisbeuren (1). Hinzu kommen Unfallhäufungslinien bei Lochbrücke (1), bei Enzisreute (1), bei Gaisbeuren (1), bei Oberessendorf (1) und bei Unteressendorf (1).
In Baden-Württemberg werden jedoch abweichende Ausdehnungen gegenüber dem Merkblatt angewandt. Deshalb können Unfallschwerpunkte teilweise anders bewertet werden.
Erprobung einer 10-Jahreskarte
Die „Initiative B30“ hat 2025 erstmals eine 10-Jahreskarte erstellt, die alle Unfälle mit Personenschaden von 2015 bis 2024 umfasste. Für 2026 liegt die zweite Karte für den Zeitraum von 2016 bis 2025 vor. Ziel ist es, mit diesen Karten langfristige Unfallschwerpunkte zuverlässiger zu erkennen als mit 3-Jahreskarten, bei denen Unfallschwerpunkte häufiger erscheinen und wieder verschwinden. Zugleich ist eine reine Langfristerfassung über mehrere Jahrzehnte ungenau. Die 10-Jahreskarte stellt einen Mittelweg dar.
In der zweiten 10-Jahreskarte wurden zwei Unfallhäufungsstellen ermittelt: die Löwenkreuzung in Friedrichshafen und die Kreuzung der B 30 mit der B 467 bei Ravensburg-Untereschach. Hinzu kommen Unfallhäufungslinien von Gaisbeuren bis zum Urbachviadukt Bad Waldsee, nördlich von Bad Waldsee bis Schellenberg und bei Oberessendorf. Gegenüber der ersten Karte trat im Jahr 2026 die Kreuzung bei Ravensburg-Untereschach hinzu.


