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02.08.2026 - 18:44 Uhr
Franz Fischer Nr. 9465
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Franz Fischer
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Planungsstopp an Agri-PV-Anlage wegen B 30-Planung

(Gaisbeuren) - Bei der Informationsveranstaltung am Donnerstagabend im Dorfgemeinschaftshaus Gaisbeuren zeigten sich viele Bürger überrascht über die fortgeschrittenen Pläne für eine Agri-Photovoltaikanlage bei Arisheim. Bekannt wurde dabei eine Kollision der Planung mit der Planung der B 30-Umgehungsstraße. Bis Klarheit herrscht, ist die Planung der Agri-PV-Anlage gestoppt.
Informationsveranstaltung auf Wunsch des Ortschaftsrats
Zu der Informationsveranstaltung kamen knapp 40 Interessierte, darunter Gemeinde- und Ortschaftsräte sowie vor allem direkt betroffene Anlieger und Nachbarn. Ortsvorsteher Achim Strobel berichtete von der Sitzung des Ortschaftsrats am 19. Mai 2026. Dort hatte Oberbürgermeister Matthias Henne über den Beschluss des Gemeinderats informiert, wonach 0,44 Prozent der Gemarkungsfläche, was rund 48 Hektar entspricht, für Photovoltaik auszuweisen seien. Mit drei Projekten sind bereits 25 Hektar in Betrieb oder im Bau, sodass noch knapp 23 Hektar fehlen. Durch das Projekt bei Arisheim könnten 13 Hektar abgedeckt werden. Bei der damaligen Abstimmung im Ortschaftsrat Reute-Gaisbeuren gab es sieben Ja- und vier Nein-Stimmen. Der Wunsch nach einer Informationsveranstaltung wurde in jener Sitzung geäußert.
B 30-Planung bremst Agri-PV-Projekt aus
Jonas Steur von der Projektentwicklung Agri- und Freiflächen-Photovoltaik der Firma Solmotion Project GmbH aus Ravensburg stellte die Planung vor. Die geplante Anlage in Arisheim ist für eine Leistung von 12 Megawatt ausgelegt. Die Einspeisung soll am Umspannwerk Haisterkirch erfolgen. Die versiegelte Fläche einschließlich der Technikbereiche soll maximal vier Prozent der Gesamtfläche betragen. Er sprach von ersten Überlegungen und noch keiner beschlossenen Planung.
Problematisch ist die B 30-Planung. Nach Angaben des Unternehmens könnte eine der diskutierten Trassenvarianten das vorgesehene Gelände der Agri-Photovoltaikanlage tangieren. Solange hierzu keine Entscheidung des Regierungspräsidiums Tübingen vorliegt, ruhen die weiteren Planungen. Wann mit einer Entscheidung gerechnet werden kann, ist derzeit offen.
Kritik am Standort
Alexander Thoma aus Seeden zeigte sich entsetzt, zwischen einem Naturschutzgebiet mit landschaftsprägenden Wiesen und Feldern sowie dem Schorrenwald mit dem daneben befindlichen Wasserschutzgebiet eine solche Anlage bauen zu wollen. Die Stadt präsentiere diesen Weg in einer Wanderkarte mit dem grandiosen Blick auf die nahen Alpen.
Peter Volkmann-Brehm aus Arisheim hob den Jakobsweg hervor. Alois und Ursula Burkhardt aus Wolpertsheim beklagten, dass mit den Nachbarn noch nicht gesprochen worden sei. Sie machten auf eine mögliche Blendwirkung der geplanten Anlage aufmerksam. Josef Bösch kritisierte den Standort in einem „1A-Gebiet“ und meinte, die Hanglage eigne sich nicht für den Ackerbau.
Zustimmung und weiteres Vorgehen
Ortschafts- und Gemeinderat Karl Schmidberger (SPD) befürwortete dagegen die Anlage: „Lieber bauen wir hier eine Agri-PV-Anlage als eine B 30-Umgehungsstraße.“ Sein Gemeinderatskollege Jörg Kirn (Grüne) wies auf das Klima-Leitbild der Stadt hin. Wilhelm Heine (CDU) forderte dagegen eine gezielte Förderung von Biogasanlagen.
Da das Vorhaben wegen der offenen B 30-Frage derzeit gestoppt ist, muss eine anberaumte Gemeinderatsentscheidung in diesem Herbst vermutlich abgesetzt werden.