30.07.2026 - 19:19 Uhr
Franz Fischer
Nr. 9462
31

Achstetten will weitere Temporeduzierung auf der B 30

(Achstetten) - Aus Lärmschutzgründen will die Gemeinde Achstetten ein Tempolimit auf der L 265 zwischen Achstetten und Laupheim sowie auf der B 30. Neue Chancen dazu eröffnet nun der Lärmaktionsplan.


Tempo 70 auf der L 265 seit Langem im Gespräch
Schon lange setzt sich die Gemeinde Achstetten für eine Temporeduzierung auf der Landesstraße 265 ein, insbesondere für den Bereich, der direkt am Ortseingang vorbeiführt. Im vergangenen Jahr hatte der Gemeinderat die Idee einer 70er-Zone angestoßen. Die erlaubte Geschwindigkeit von aktuell 100 Kilometern pro Stunde führe an der Einmündung am Netto-Markt sowie am Ortsausgang in Richtung Laupheim zu gefährlichen Verkehrssituationen.


Lärmaktionsplan zeigt deutliche Belastungen auf
Am Montag debattierte nun der Gemeinderat über den Lärmaktionsplan. Lärm sei ein Thema, das häufig zu wenig betrachtet werde und in den Hintergrund rücke, erläuterte Janne Hesse vom Büro Rapp AG aus Freiburg den Ratsmitgliedern. Das Beratungsunternehmen habe für die Gemeinde Achstetten mehr als ein Jahr lang die Geräuschbelastung gemessen, einen Lärmaktionsplan ausgearbeitet und zwei besonders belastete Bereiche identifiziert: das Gebiet an der B 30 und der L 265 im Bereich Achstetten-Süd sowie für den Nachtzeitraum den Bereich an der Bundesstraße im Teilort Stetten. Ein sogenannter Belastungsbereich liege vor, wenn der Straßenverkehrslärm an mehreren Punkten den zulässigen Schalldruckpegel von 65/55 dB(A) erreicht oder überschreitet. In diesem Fall werden Maßnahmen zur Lärmminderung notwendig. „Die Kommunen sind dazu verpflichtet“, stellte Janne Hesse klar.

Ganz besonders deutlich werde die Lärmbelastung im Bereich Achstetten, wo Landes- und Bundesstraße nebeneinander verlaufen. Die höchsten Lärmpegel überschreiten die Schwelle zur Gesundheitsgefährdung um ein Vielfaches. Davon betroffen seien nahezu alle Gebäude in der ersten Baureihe südlich des Netto-Marktes. Die Überschreitung des Normwertes reiche stellenweise bis in die sechste Baureihe. Tagsüber sind laut den Gutachtern 343 Einwohner betroffen, nachts 542. „Ich habe schon viele Lärmaktionspläne in Baden-Württemberg gemacht. So einen Schwerpunkt habe ich bisher noch relativ selten gesehen“, betonte Hesse. Auch der lärmmindernde Fahrbahnbelag entlang der B 30 reiche nicht aus.

Entspannter ist die Situation im Bereich Stetten: Lediglich nachts sind hier Gebäude in der ersten Baureihe sowie einzelne Häuser in dahinterliegenden Baureihen von Überschreitungen betroffen.


Tempo 80 und 100 auf der B 30 vorgeschlagen
Die Expertin der Rapp AG schlägt daher vor: Auf der B 30 im Bereich der Bebauung von Stetten soll das Tempo ganztägig von 120 auf 100 km/h reduziert werden.

Auf dem Teilstück der Bundesstraße zwischen der südlichen Bebauung Achstetten und der Anschlussstelle Achstetten steht sogar eine ganztägige Reduzierung auf 80 km/h zur Debatte. Für die Landstraße 265 sieht die Rapp AG vor, zwischen der südlichen Bebauung Achstetten und dem nördlichen Kreisverkehr ganztägig das Tempo von 100 auf 70 km/h zu reduzieren. Zur Vereinheitlichung der Geschwindigkeit ist zudem angedacht, im Bereich der B 30 nördlich von Achstetten und südlich von Stetten ebenfalls nur 100 km/h zu erlauben. Zudem soll eine Lärmschutzwand entlang der L 265 geprüft werden, ebenso wie ein lärmmindernder Fahrbahnbelag.


Bürgermeister sieht gute Chancen
Achstettens Bürgermeister Dominik Scholz zeigte sich erfreut über das Gutachten. „Wir haben nun eine fundierte Argumentationsgrundlage. Für mich ist das absolut vertretbar.“ Da lediglich einige Schilder erforderlich würden, sei der Kosten-Nutzen-Faktor sehr günstig. Dennoch rechne er mit einem langwierigen Verfahren. Scholz betonte: „Ich habe große Hoffnungen, dass die Maßnahme als sinnvoll erachtet wird und wir endlich dorthin kommen, woran wir schon seit Jahren arbeiten und immer wieder abgewiesen worden sind.“ Er gehe davon aus, dass der Verkehr gleichmäßiger fließen werde und dadurch weniger Überholvorgänge stattfinden.


Finaler Beschluss nach der Sommerpause
Geschlossen gab der Gemeinderat seine Zustimmung, das Verfahren der Lärmaktionsplanung mit den vorgeschlagenen Maßnahmen fortzusetzen. In einem nächsten Schritt wird die Öffentlichkeit beteiligt. Die Rapp AG wird die Stellungnahmen auswerten und anschließend zum finalen Beschluss erneut in das Gremium kommen.


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