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(Bad Waldsee) - Beim „Heimatcheck“ der Schwäbischen Zeitung, einer großen Leserumfrage zur Lebensqualität vor Ort, haben die Teilnehmer aus Bad Waldsee die Möglichkeit genutzt, Wünsche, Anregungen und Kritik anonym zu äußern. Fast 500 kürzere oder längere Kommentare gingen ein. Dabei kommt auch die Situation in den Ortschaften zur Sprache.
Einige Bürger aus Reute-Gaisbeuren, Haisterkirch, Michelwinnaden und Mittelurbach fühlen sich gegenüber der Kernstadt benachteiligt. Kritisiert werden unter anderem eine aus ihrer Sicht unzureichende Infrastruktur, eine vermeintlich ungleiche Verteilung der finanziellen Mittel und eine Ungleichbehandlung gegenüber Kurgästen und beim Klimaschutz.
Auch der öffentliche Nahverkehr wird thematisiert. Ein Teilnehmer aus Mittelurbach schreibt, man sei ohne Auto absolut isoliert. In Reute werden unter anderem fehlende Möglichkeiten zum Erwerb von Medikamenten sowie eine unzureichende ärztliche Versorgung bemängelt. Auch die Pflege öffentlicher Grünflächen wird angesprochen.
In Gaisbeuren beschäftigt die Teilnehmer insbesondere die B 30. Kritisiert wird zum einen die Querung der Bundesstraße, vor allem mit Blick auf Familien mit Kindern. Die Grünphase für Fußgänger sei sehr kurz, zudem würden immer wieder Fahrzeuge bei Rot über die Ampel fahren. Gewünscht wird deshalb eine Möglichkeit, die B 30 unabhängig vom Autoverkehr sicher zu queren.
Gleichzeitig gibt es Kritik an der geplanten Ortsumfahrung. Ein Teilnehmer warnt davor, die räumliche Verbindung zwischen Reute und Gaisbeuren durch eine Umgehungsstraße zu beeinträchtigen. Die Lebensqualität hänge maßgeblich von der Verbundenheit der beiden Ortschaften ab und dürfe nicht durch eine Umgehungsstraße zerstört werden.
Auch der Klimaschutz wird in den Kommentaren angesprochen. Gefordert werden unter anderem mehr Fassadenbegrünung, entsiegelte Flächen, zusätzliche Bäume und Sträucher sowie Wasserspiele und Brunnen. Dabei wird angeregt, solche Maßnahmen nicht nur in der Kernstadt und in Modellwohngebieten umzusetzen, sondern auch die Ortschaften stärker einzubeziehen.