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Vereinfachte Unfallstatistik
Übersicht
Hinweise
Die vereinfachte Unfallstatistik liefert ein kompaktes Lagebild zu Straßenverkehrsunfällen auf der Bundesstraße 30. Sie basiert im Wesentlichen auf öffentlich bekannt gewordenen Unfällen und bildet die Zahl der Unfälle mit Personenschaden, der Verunglückten, Getöteten sowie Schwer- und Leichtverletzten mit hoher Genauigkeit ab. Seit 2016 erfolgt ein Abgleich mit dem amtlichen Unfallatlas. Dennoch ist mit einer gewissen Abweichung zu rechnen. Dies liegt daran, dass in der Regel der erste Stand zu Unfällen erfasst wird, der sich im Laufe der Ermittlungen nicht selten ändern kann.
Bei der Gesamtzahl der Unfälle (mit und ohne Personenschaden) sind die Unterschiede deutlich größer, da nur gemeldete und öffentlich bekannt gewordene Unfälle einbezogen werden. Mit Stand 2026 ist bekannt, dass die tatsächliche Unfallzahl auf der Bundesstraße 30 zwischen 500 und 600 Unfällen pro Jahr liegt. Dies liegt daran, dass über leichte Unfälle mit reinem Sachschaden kaum berichtet wird. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen, da nicht zu jedem Unfall die Polizei hinzugerufen wird.
Langzeitentwicklung
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Strassenverkehrsunfaelle mit Personenschaden auf Bundesstrassen in Deutschland 2006-2025 im Vergleich mit der Bundesstrasse 30
In einzelnen Jahren treten in der Regel Spitzen auf, die nicht unbedingt eine Aussagekraft haben. Aussagekräftiger ist die Langzeitentwicklung. Diese liegt aktuell für den Zeitraum 2006-2025 vor. Die Langzeitentwicklung gibt Hinweise auf dauerhafte Sicherheitsdefizite nach Ortsbereich.
Hierbei ist zu beachten, dass die Zahlen für Ravensburg und Untereschach den Mittelwert erst ab dem Jahr 2021 angeben. Grund ist der Bau der B 30 neu von Ravensburg-Süd bis Ravensburg-Eschach.
Die „Initiative B30“ veröffentlicht im „B30 Insider“ jährlich eine Auswertung nach Unfallschwerpunkte und Unfallhäufungslinien anhand von 3-Jahreskarten. Diese Auswertung erfolgt nach den bundesweit anerkannten Richtlinien. Dabei gehen jedoch dauerhafte Sicherheitsdefizite nach Ortsbereichen immer wieder unter. Da eine Langfristbetrachtung über mehrere Jahrzehnte auf Dauer ebenfalls ungenau sein kann, wird eine 10-Jahreskarte erprobt.
Langzeitentwicklung der Unfälle mit Personenschaden auf Bundesstraßen im Bundes- und Landesvergleich pro Jahr
Langfristig betrachtet ereignen sich auf der B 30 weniger Unfälle mit Personenschaden, als im Bundes- (-24,8%) und Landesdurchschnitt (-33,3%). Auch die Anzahl der Verunglückten (-19,6% und -28,8%), Schwer- (-5,3% und -16,8%) und Leichtverletzten (-23,9% und -32,3%) ist unterdurchschnittlich. Dagegen ist die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer deutlich überdurchschnittlich. Im Durchschnitt verunglücken auf der B 30 etwa 65,8% mehr Verkehrsteilnehmer tödlich, als auf anderen Bundesstraßen in Deutschland und rund 35,0% mehr in Baden-Württemberg. Die häufigste Unfallart von Unfällen mit Todesfolge ist dabei ein Zusammenstoß mit dem Gegenverkehr gefolgt von Abkommen von der Fahrbahn.
Ursächlich für dieses statistische Ergebnis sind die nicht voll ausgebauten Streckenabschnitte. Die B 30 zeichnet sich gegenüber anderen Bundesstraßen dadurch aus, dass sie in den vollständig ausgebauten Streckenabschnitten insgesamt deutlich sicherer ist, während es in den nicht ausgebauten Abschnitten zu teils deutlich höheren Personenschäden kommt. Dabei zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: Etwa 10-15% aller Unfälle ereignen sich auf dem voll ausgebauten Abschnitt zwischen Ulm und Biberach. Dagegen entfallen etwa 85-90% der Unfälle auf den übrigen Abschnitt von Biberach bis Friedrichshafen. Allein auf den Landkreis Ravensburg und den Bodenseekreis entfallen rund 80-85% aller Unfälle. Insgesamt mildern die ausgebauten Streckenabschnitte die Unfallstatistik für die B 30 im bundesweiten und landesweiten Vergleich spürbar ab.
Langzeitentwicklung der Unfälle in den Landkreisen pro Jahr
Bei der langfristigen Betrachtung der schwerwiegenden Straßenverkehrsunfälle auf den Bundesstraßen in den sechs Stadt- und Landkreisen von Ulm bis zum Bodensee ergibt sich folgendes Bild: 16,4% der schwerwiegenden Unfälle auf Bundesstraßen im Landkreis Ravensburg ereigneten sich von 2006-2025 auf der B 30. Das ist der höchste Wert unter den Stadt-/Landkreisen. Jeder 6. schwerwiegende Unfall auf Bundesstraßen im Landkreis Ravensburg ereignete sich auf der B 30.
Das deutliche Nord-Süd-Gefälle bei den Straßenverkehrsunfällen an der B 30 zeigt sich auch in der Zahl der verunglückten Personen. Von 2006-2025 entfielen auf den Landkreis Ravensburg und den Bodenseekreis 64% der Verunglückten, 47% der tödlich Verunglückten, 54% der Schwerverletzten und 67% der Leichtverletzten. Die Zahl der Verkehrstoten schwankt von Jahr zu Jahr zwischen den Kreisen. Langfristig zeigt sich jedoch eine Konzentration auf die Landkreise Biberach und Ravensburg mit einem langfristigen Anteil von 75%.
Langzeitentwicklung der Unfälle auf der B 30 nach durchschnittlicher Anzahl pro Jahr
(Abweichungen sind rundungsbedingt)
1 Der Streckenabschnitt bei Oberzell wurde 2019 eröffnet. Der dargestellte Durchschnittswert bezieht sich auf die Jahre ab 2019.
2 Aufgrund der räumlichen Nähe und schlechten "Trennbarkeit" wird der Abschnitt "Schwarzenbach" zu Senglingen gezählt.
3 Der dargestellte Durchschnittswert bezieht sich auf die Jahre ab 2021.
4 Die Unfallzahlen beziehen sich auf alle öffentlich bekannt gewordenen Verkehrsunfälle (mit und ohne Personenschaden). Mit Stand 2026 ist bekannt, dass die tatsächliche Unfallzahl auf der Bundesstraße 30 zwischen 500 und 600 Unfällen pro Jahr liegt.
Seite erstellt am: 11. März 2018