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(Bad Waldsee) - Im diesjährigen Sommerinterview haben die Bad Waldseer Fraktionssprecher im Gemeinderat erläutert, was sie in Bad Waldsee verbessern wollen. Dabei setzen die Fraktionen unterschiedliche Schwerpunkte - von der B 30 über Klimaschutz und Mobilität bis hin zu Wirtschaft, Kultur und Landesgartenschau.
Die CDU-Fraktion will bei den B 30-Ortsumgehungen dauerhaften Druck auf Bund, Land und EU aufbauen. Das sagte Fraktionssprecher Maximilian Klingele. Das Nadelöhr B 30 in Gaisbeuren und Enzisreute quäle die Anwohner und schädige die regionale Wirtschaft massiv. Nur eine starke Wirtschaft schaffe den finanziellen Spielraum für freiwillige Leistungen wie Kultur, Soziales oder Vereinsförderung. Die Planungen müssten deshalb mit Hochdruck vorangetrieben und Bürokratie konsequent abgebaut werden. Daneben will die CDU Kultur und Zusammenhalt fördern, die Ärzteversorgung sichern und ein wirtschafts- und pendlerfreundliches Baustellenmanagement etablieren, um belastende Doppelsperrungen zu verhindern.
Die Freien Wähler wollen den bisherigen Kurs fortschreiben und das hohe Niveau Bad Waldsees halten. Fraktionssprecher Bernhard Schultes hob hervor, dass zahlreiche Infrastrukturvorhaben bereits in Planung oder Umsetzung seien. Dazu gehörten unter anderem Wohnungsbau, Bildung und Betreuung sowie die Entwicklung Bad Waldsees zu einem überregionalen Gesundheitsstandort. Auch der Wirtschaftsstandort mit Unternehmen in Kernstadt und Ortschaften sowie vorhandenen Gewerbeflächen sei gut aufgestellt. Verbesserungspotenziale lägen dagegen häufig bei übergeordneten Behörden.
Für Bündnis 90/Die Grünen steht der Klimaschutz im Mittelpunkt. Fraktionssprecherin Lucia Vogel bezeichnete ihn als die „wichtigste Aufgabe für eine gute Zukunft unserer Kinder und Enkel“. Die Chancen der Transformation würden noch immer unterschätzt. Wichtig seien insbesondere die Energiewende und eine klimaangepasste Stadtentwicklung. Bad Waldsee müsse sich stärker auf Starkregenereignisse und extreme Hitzetage einstellen. Dazu gehörten die Entsiegelung von Flächen, die Begrünung von Dächern und Fassaden sowie der Schutz von Windschneisen, Freiflächen, Bäumen und Grünanlagen. Beim Thema Mobilität brauche Bad Waldsee klare Entscheidungen, so Vogel. Eine intelligente Parkraumbewirtschaftung könne in Zeiten knapper kommunaler Haushalte zusätzliche Einnahmen schaffen und damit helfen, ein tragfähiges ÖPNV-Konzept zu finanzieren. Der Bürgerbus sei eine wertvolle Übergangslösung, ersetze aber keinen verlässlichen Stadtbus. Beim Radverkehr seien gezielte kleinere Maßnahmen gefragt.
Die SPD sieht Bad Waldsee ebenfalls insgesamt gut aufgestellt. Karl Schmidberger sieht Handlungsbedarf insbesondere bei der Energiewende und im Bereich Kultur. Photovoltaik und regenerative Energien böten noch Potenzial. Das Thema Landesgartenschau biete eine Chance, die Stadt nachhaltig weiterzuentwickeln. Auch die Kultur solle stärker unterstützt und dauerhaft professionell begleitet werden.