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06.07.2026 - 18:08 Uhr
Franz Fischer Nr. 9432
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Franz Fischer
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Bundesanstalt veröffentlichte aktuelle Brückenstatistik
(Bergisch Gladbach) - Die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) hat ihre jährliche Brückenstatistik mit Stand März 2026 veröffentlicht. Die Daten zeigen: Die Brücken entlang der Bundesstraße 30 befinden sich überwiegend in einem guten bis befriedigenden Zustand. Gleichzeitig besteht bei einigen Bauwerken aufgrund ihrer Tragfähigkeit oder ihres Erhaltungszustands Handlungsbedarf.
Rund 210 Brücken entlang der B 30
Nach der aktuellen Statistik befinden sich im Zuge der Bundesstraße 30 insgesamt 204 Brückenbauwerke in der Baulast des Bundes. Hinzu kommen fünf weitere Brücken in der Baulast der Deutschen Bahn oder von Kommunen. Ein weiteres Brückenbauwerk befindet sich derzeit im Bau.
Da Bauwerke in anderer Baulast sowie jene, die nicht unmittelbar den Bundesfernstraßen zugeordnet werden, nicht Bestandteil der amtlichen Brückenstatistik sind, lässt sich die Gesamtzahl aller Brücken entlang der B 30 nicht exakt bestimmen. Insgesamt gibt es derzeit rund 210 Brücken.
Die Bauwerke verteilen sich auf die einzelnen Streckenabschnitte wie folgt:
- Ulm bis Biberach: 94 Brücken sowie ein Bauwerk im Bau,
- Biberach bis Ravensburg: 85 Brücken,
- Ravensburg bis Friedrichshafen: 30 Brücken.
Die älteste heute vorhandene Brücke stammt aus dem Jahr 1952. Das jüngste Bauwerk wird im Jahr 2026 errichtet. Das durchschnittliche Alter aller Brücken beträgt 32 Jahre.
Überwiegend guter Bauwerkszustand
Die aktuelle Bauwerksprüfung bescheinigt den Brücken der Bundesstraße 30 insgesamt einen guten Zustand. 50 Bauwerke befinden sich jedoch in einem noch ausreichenden Zustand, ein Bauwerk wird als nicht ausreichend bewertet. Der überwiegende Teil der Brücken weist damit einen guten bis befriedigenden Erhaltungszustand auf.
Gleichzeitig zeigt die Statistik, dass sich 69 Brücken derzeit in einem befriedigenden Zustand befinden und absehbar in einen Zustandsbereich fallen könnten, der einer kurzfristigen Instandsetzung bedarf.
Die 51 Brücken mit den schlechtesten Zustandsnoten (2,5 - 3,0) verteilen sich regional wie folgt:
- Abschnitt Ulm – Biberach: 36 Bauwerke,
- Abschnitt Biberach – Ravensburg: 13 Bauwerke,
- Abschnitt Ravensburg – Friedrichshafen: zwei Bauwerke.
Betroffen sind Bauwerke in folgenden Orten beziehungsweise Ortsteilen:
- Neu-Ulm (2),
- Ulm-Wiblingen (3),
- Ulm-Gögglingen (1),
- Ulm-Donaustetten (3),
- Erbach-Dellmensingen (2),
- Achstetten-Stetten (3),
- Achstetten (2),
- Laupheim (14),
- Laupheim-Baustetten (3),
- Mietingen-Baltringen (1),
- Biberach-Hagenbuch (1),
- Biberach-Jordanbad (1),
- Hochdorf (1),
- Bad Waldsee (3),
- Baienfurt-Niederbiegen (3),
- Berg-Kasernen (1),
- Ravensburg-Ummenwinkel (2),
- Ravensburg (2),
- Ravensburg-Weißenau (1),
- Ravensburg-Oberzell (1),
- Meckenbeuren-Siglishofen (1).

Sieben Brücken mit höchstem Handlungsbedarf bei der Tragfähigkeit
Neben dem baulichen Zustand werden Brücken anhand des Traglastindex (TLI) bewertet, der die rechnerische Tragfähigkeit im Vergleich zu heutigen Anforderungen beschreibt.
Für die Brücken der Bundesstraße 30 ergibt sich folgende Verteilung:
- 104 Bauwerke: Traglastindex I und II,
- 63 Bauwerke: Traglastindex III,
- ein Bauwerk: Traglastindex IV,
- sieben Bauwerke: Traglastindex V.
Die sieben Brücken mit Traglastindex V liegen nahezu vollständig im mittleren Abschnitt der Bundesstraße 30: Sechs befinden sich zwischen Biberach und Ravensburg, eine zwischen Ravensburg und Friedrichshafen.
Es handelt sich um folgende Bauwerke:
- zwei Brücken bei Hochdorf-Schweinhausen,
- zwei Brücken bei Hochdorf,
- zwei Brücken bei Bad Waldsee,
- eine Brücke bei Meckenbeuren-Gerbertshaus/Lochbrücke.
Der Traglastindex bewertet ausschließlich die rechnerische Tragfähigkeit eines Bauwerks und erlaubt keine unmittelbare Aussage über dessen baulichen Zustand.

Ersatzneubauten werden vorbereitet
Bei Laupheim-Baustetten wird derzeit eine Brücke als Ersatzneubau errichtet. Voraussichtlich Ende 2026 soll dort der Ersatz einer weiteren Brücke beginnen.
Für drei Großbrücken mit Traglastindex V laufen die Vorbereitungen für Ersatzneubauten:
- B 30-Brücke über die Riß bei Hochdorf,
- B 30-Brücke über die Bahn bei Hochdorf,
- B 30-Urbachviadukt bei Bad Waldsee.
Besserer Bauwerkszustand als im Bundesdurchschnitt
Im bundesweiten Vergleich schneiden die Brücken der B 30 beim baulichen Zustand trotzdem insgesamt besser ab als der Durchschnitt aller Bundesfernstraßen. Das verdeutlicht den großen bundesweiten Handlungsbedarf. Der Anteil der Bauwerke im noch ausreichenden Zustand liegt etwa auf Bundesniveau.
Beim Traglastindex ergibt sich ein differenzierteres Bild. In den Traglastindizes I bis III liegt die B 30 unter dem Bundesdurchschnitt. Im Traglastindex IV schneidet sie besser ab, während sie im Traglastindex V etwa dem Bundesdurchschnitt entspricht.


Hintergrund
Die Zustandsnoten beruhen auf den regelmäßig nach DIN 1076 durchgeführten Bauwerksprüfungen. Dabei werden sämtliche festgestellten Schäden hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Standsicherheit, Verkehrssicherheit und Dauerhaftigkeit bewertet und zu einer Zustandsnote zwischen 1,0 und 4,0 zusammengefasst. Eine Zustandsnote von 3,0 oder schlechter bedeutet dabei nicht automatisch, dass die Verkehrssicherheit gefährdet ist. Häufig sind Schäden an Geländern, Abdichtungen oder Betonteilen ausschlaggebend, die zwar die Dauerhaftigkeit beeinträchtigen, jedoch nicht die Standsicherheit.
Der 2020 bundesweit eingeführte Traglastindex bewertet dagegen ausschließlich die rechnerische Tragfähigkeit eines Bauwerks im Vergleich zu den heutigen Anforderungen. Während die Traglastindizes I und II keinen beziehungsweise nur geringen Handlungsbedarf anzeigen, erfordern Bauwerke mit Traglastindex V umfangreiche Untersuchungen sowie Maßnahmen bis hin zum Ersatzneubau.