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09.06.2026 - 19:10 Uhr
Franz Fischer Nr. 9404
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Franz Fischer
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Erste Vorarbeiten zum Neubau des Urbach-Viadukts noch in diesem Jahr
(Bad Waldsee) - Der Ersatzneubau des Urbach-Viadukts an der B 30 bei Bad Waldsee nimmt konkrete Formen an. Während ursprünglich mit einem Baubeginn im Jahr 2026 gerechnet wurde, sollen erste vorbereitende Maßnahmen in diesem Jahr starten.
Wie die Pressesprecherin Sabrina Lorenz des Regierungspräsidiums Tübingen auf Anfrage der örtlichen Zeitung mitteilte, seien die Vorbereitungen zur Erlangung des Baurechts weit fortgeschritten. Im Herbst soll das bestehende Urbach-Viadukt mit einem Monitoringsystem ausgestattet werden.
„Bereits im Herbst dieses Jahres wird als vorbereitende Maßnahme das bestehende Urbachviadukt mit einem Monitoringsystem ausgestattet. Die Messsysteme erfassen unterschiedliche Kenngrößen, wie zum Beispiel Schallemissionen, Rissbreiten und Temperaturen“, erläuterte Lorenz. Die erhobenen Daten seien für die fortlaufende Zustandsbeurteilung des Bauwerks bis zu dessen Rückbau erforderlich.
Weitere vorbereitende Arbeiten befinden sich derzeit in Abstimmung. Dazu zählt insbesondere die Verlegung der Gashochdruckleitungen im Bereich des künftigen Baufeldes. Diese Maßnahmen sollen nach Angaben von Lorenz im Jahr 2026 oder 2027 umgesetzt werden. Unverändert bleibt das Ziel, den Ersatzneubau bis zum Jahr 2030 fertigzustellen. „Ungeachtet der komplexen Randbedingungen wird dieser Zeitraum weiterhin angestrebt“, betonte Lorenz. Parallel dazu werden derzeit die konkreten Planunterlagen erarbeitet, die für die europaweite Ausschreibung des Brückenneubaus erforderlich sind.
Hintergrund des Neubaus sind Defizite des bestehenden Bauwerks. Das Urbach-Viadukt wurde im Jahr 1961 fertiggestellt. Zum Zeitpunkt der Planung und Errichtung waren weder die Problematik der Spannungsrisskorrosion noch die heute deutlich höheren Verkehrslasten und die gestiegene Verkehrsdichte bekannt. Nach heutigen Erkenntnissen verfügt das Bauwerk nicht mehr über eine ausreichende Tragfähigkeit.
Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Gefahr durch Spannungsrisskorrosion – einem Schadensmechanismus, der bundesweit verstärkt in den Fokus gerückt ist. Bekannt wurde diese Problematik zuletzt im Zusammenhang mit der Carolabrücke in Dresden.
Um die Verkehrssicherheit bis zum Ersatzneubau sicherzustellen, wird das Urbach-Viadukt engmaschig überwacht. Während Brücken üblicherweise in Intervallen von drei bis sechs Jahren geprüft werden, erfolgt die Kontrolle des Bauwerks durch das Regierungspräsidium inzwischen jährlich. Die jüngste Untersuchung im Herbst 2025 ergab laut Lorenz keine Verschlechterung des Zustands gegenüber dem Vorjahr.
Seit einiger Zeit gelten auf dem Urbach-Viadukt verkehrliche Einschränkungen. So ist die Höchstgeschwindigkeit auf 70 km/h begrenzt, zudem gilt ein Abstandsgebot für Lastkraftwagen. Entsprechende Hinweisschilder auf der B 30 verweisen auf „Brückenschäden“ als Grund für die verkehrlichen Einschränkungen.