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10.03.2022    19:55 Uhr   -   von Franz Fischer   -   Nr. 7691   -   153

Polizeipräsidium zieht Bilanz zu Verkehrsunfällen im Jahr 2021

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(Ravensburg) - Deutlich weniger Unfälle mit Verletzten, aber mehr Verkehrstote und Unfälle mit Blechschäden, mit Pedelecs und unter Alkoholeinfluss. Das sind einige Aussagen aus dem Verkehrssicherheitsbericht 2021, den das Polizeipräsidium Ravensburg am Donnerstag vorgestellt hat.

Nachdem die Polizei im Jahr 2020 in den Landkreisen Ravensburg, Sigmaringen und dem Bodenseekreis 16.001 Verkehrsunfälle registrierte, ist im Jahr 2021 eine Zunahme um 3,2 Prozent auf 16.556 Unfälle zu verzeichnen. Insbesondere Verkehrsunfälle mit Blechschaden (von 13.664 auf 14.471), aber auch Unfälle mit tödlichem Ausgang (von 29 auf 39) haben in der Region Bodensee-Oberschwaben im Jahr 2021 deutlich zugenommen.

Verkehrsunfälle mit schwer verletzten Personen (von 552 auf 461, minus 16,5 Prozent) und mit leicht Verletzten (von 2.312 auf 2.133, minus 7,7 Prozent) nahmen dagegen deutlich ab.

Die Hauptunfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, gefolgt vom Missachten der Vorfahrt. An dritter Stelle steht die Ursache "Geschwindigkeit". Nicht mehr verkehrstüchtige Unfallverursacher nahmen den vierten Platz ein. Anders verhält es sich bei Unfällen mit Getöteten und schwer Verletzten. Bei den besonders folgeschweren Unfällen, welche im Fokus der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit stehen, ist überhöhte Geschwindigkeit die Hauptunfallursache.

Das Jahr 2020 war auffällig geprägt durch eine hohe Anzahl von verletzten Fahrradfahrern. Im Jahr 2021 ist ein Abwärtstrend, sowohl bei leicht verletzten (von 689 auf 594, minus 14 Prozent), als auch bei schwer verletzten Radlern (von 220 auf 144, minus 35 Prozent) zu verzeichnen. Nahezu gleich geblieben ist die Anzahl der Verkehrsunfälle unter der Beteiligung von Pedelec-Fahrern (2020: 307, 2021: 316). Wie im Vorjahr verunfallten vier Fahrradfahrer tödlich. Die Getöteten, allesamt im Seniorenalter, setzten alle die Unfallursache selbst. Die Präventionsbeamten des Polizeipräsidiums Ravensburg haben deshalb Fahrsicherheitstrainings mit Pedelecs ins Leben gerufen.

Unfälle mit Motorrädern gingen im Jahr 2021 deutlich zurück. Insgesamt wurden ein Viertel weniger Unfälle mit Blechschaden unter Motorradfahrern verzeichnet, die Anzahl von verletzten Zweiradfahrern sank um 22,4 Prozent auf 232 (Vorjahr 299) und die Zahl der getöteten Biker halbierte sich von 9 auf 4. Da nach wie vor Geschwindigkeit die Unfallursache Nummer Eins bei Unfällen mit Motorradfahrern ist, setzt das Polizeipräsidium Ravensburg weiterhin auf Geschwindigkeitsmessungen an neuralgischen Punkten.

Leicht zugenommen haben Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss (von 240 auf 243). Spitzenreiter ist der Bodenseekreis, der eine Zunahme um 8,9 Prozent verzeichnete. Verkehrsunfälle unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss blieben auf hohem Niveau.

Deutlich zugenommen hat die Zahl von Fahranfängern, welche einen Unfall verursacht haben (von 683 auf 718). Insbesondere im Landkreis Sigmaringen stieg die Verursacherquote signifikant um gut 22 Prozent (von 139 auf 170). Im Schnitt sind die jungen Verkehrsteilnehmer allerdings überwiegend an Unfällen mit Blechschäden beteiligt, weniger an Verkehrsunfällen mit Personenschaden.

Senioren über 65 verursachten fast vier Prozent weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahr (935 im Jahr 2021,  im Vorjahr 971). Insbesondere Verkehrsunfälle mit Personenschaden nahmen ab und liegen damit weit unter dem Schnitt der Vorjahre. Die meisten von Senioren verursachten Unfälle mit Verletzten ereigneten sich wegen Vorfahrtsverletzungen und Fehlern beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren.

Der gesamte Verkehrssicherheitsbericht mit detaillierten Informationen ist abrufbar unter: https://ppravensburg.polizei-bw.de/polizeipraesidium-ravensburg/statistiken/


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