30.07.2019 - 19:32 Uhr
Franz Fischer
Nr. 6731
1.269

Landkreise fordern Land zur Förderung von Radschnellweg Baindt - Friedrichshafen auf

Abbildung

(Landkreis Ravensburg / Bodenseekreis) - Mit einem gemeinsamen Schreiben haben sich die Landräte der Kreise Ravensburg und Bodenseekreis, Harald Sievers und Lothar Wölfle, Mitte Juli an den baden-württembergischen Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) gewandt. Darin fordern sie eine andere Klassifizierung sowie eine durchgängige Förderung der geplanten Radschnellverbindung zwischen Baindt und Friedrichshafen durch das Land.

"Die geplante Radschnellverbindung im Verdichtungsraum Ravensburg/Weingarten - Friedrichshafen erfüllt sowohl durch ihre regionale Bedeutung als auch durch die zu erwartende Nachfrage im Alltagsradverkehr alle Voraussetzungen, um als Landesradweg eingestuft und entsprechend gefördert zu werden", sind sich die Landräte einig.

In Stuttgart sieht man dies bislang anders: Einer kürzlich veröffentlichten Liste zur "Voraussichtlichen Baulast Radschnellverbindungen Baden-Württemberg" zufolge soll nur der Abschnitt Ravensburg - Weingarten in Zuständigkeit des Landes fallen. Dies ist aus oberschwäbischer Sicht nicht nur eine verkehrspolitische Fehleinschätzung, sondern hätte zudem zur Folge, dass die Stadt Ravensburg für die Baukosten aufkommen müsste, da nach den entsprechenden Vorgaben Städte über 30.000 Einwohner die so genannte Baulast selbst zu tragen haben. Dies wollen die beteiligten Landkreise so nicht hinnehmen und bitten Minister Hermann um Unterstützung. Zwar werde die geforderte Zahl von 2.500 potenziellen Radfahrern am Tag derzeit noch nicht auf allen Streckenabschnitten erreicht, gemittelt über die gesamte Strecke werde die Zahl jedoch übertroffen.

"Wir sind uns sicher, dass die Umsetzung einer Radschnellverbindung in unserer wirtschaftlich sehr starken Region eine hohe Kosten-Nutzen-Relation erzeugen und perspektivisch viele Berufspendler zum Umsteigen veranlassen wird - zumal die geplante Strecke einen Teil der Hauptpendlerachse in Oberschwaben bildet, parallel zur überlasteten B 30", argumentieren Sievers und Wölfle. "Nicht ohne Grund" sei die rund 29 Kilometer lange geplante Strecke von Baindt über Baienfurt, Weingarten, Ravensburg und Meckenbeuren nach Friedrichshafen als die einzige mögliche und laut Gutachten auch realisierbare Radschnellverbindung im Regierungsbezirk Tübingen eingestuft.

"Die vielfach propagierte Verkehrswende darf nicht nur in Stuttgart, Mannheim oder Heidelberg gefördert werden, sondern gerade auch im ländlichen Raum", verlangen die beiden oberschwäbischen Landräte in ihrem Schreiben an das Stuttgarter Verkehrsministerium.


  0 Kommentare

Kommentar schreiben

Abbildung

10.04.2026

Ladendieb gesucht

(Friedrichshafen) - Ein unbekannter Täter hat am Donnerstag gegen 16.30 Uhr Waren im Wert von mehr als hundert Euro aus einem Supermarkt in der Ravensburger Straße in Friedrichshafen gestohlen. Die Polizei sucht Zeugen. ...
Abbildung
(Friedrichshafen) - In das Heck eines Nissans ist ein 40-jähriger Motorradfahrer am Dienstagnachmittag auf der B 30 zwischen Friedrichshafen und Lochbrücke gefahren. Der Sachschaden beträgt über 11.000 Euro.Der Motorra...
Abbildung
(Friedrichshafen) - Ein 21-jähriger Fahrradfahrer hat sich leicht verletzt, als er am Mittwochmittag in der Paulinenstraße in Friedrichshafen auf einem Gehweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fuhr und dabei vo...
Abbildung
(Friedrichshafen) - Ermittlungen wegen exhibitionistischer Handlung hat die Kriminalpolizei gegen einen 41-jährigen eingeleitet, der sich am Samstag gegen 9.45 Uhr in der Unterführung zwischen dem Romanshorner Platz und ...
Abbildung
(Bodenseekreis / Landkreis Ravensburg) - Am Freitag, 6. März, beginnt in den Abendstunden der dreimonatige Schienenersatzverkehr zwischen Ravensburg und Friedrichshafen. Ab etwa 21.00 Uhr ist die Bahnstrecke zwischen Rave...
Abbildung
(Region) - Seit 2014 legt die „Initiative B30“ jährlich eine Auswertung der Verkehrsstaus auf der Bundesstraße 30 vor. Das Ergebnis der Auswertung von rund 48.300 Verkehrsmeldungen im Jahr 2025 liegt nun vor.Demnac...