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26.02.2026 - 17:33 Uhr
Franz Fischer Nr. 9295
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Franz Fischer
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Regierungspräsidium informierte über Planungsstand
(Meckenbeuren) - In einer gemeinsamen Sitzung der Gemeinderäte von Tettnang und Meckenbeuren sowie des Ortschaftsrats Kau informierte das Planungsteam des Regierungspräsidiums Tübingen über die Planung der B 30 neu zwischen Friedrichshafen und Ravensburg/Eschach. Themen der Sitzung waren das weitere Vorgehen nach der Auslegung der Planunterlagen für das Linienbestimmungsverfahren und der Stand bei der Entwurfsplanung.
Ein wichtiger Meilenstein im komplexen Planungs- und Verfahrensprozess der B 30 neu zwischen Friedrichshafen und Ravensburg wurde über den Jahreswechsel erreicht. Das Fernstraßen-Bundesamt in Leipzig hat nach einer aufwändigen Abstimmungsphase mit dem planenden Regierungspräsidium in Tübingen sowie den Bundes- und Landesministerien für Verkehr die Planunterlagen zur Vorplanung der B 30 neu veröffentlicht. Die Öffentlichkeit konnte bis zum 16. Februar 2026 dazu Stellung nehmen. Im Fokus stehen die umweltrelevanten Auswirkungen der untersuchten Varianten West, Mitte und Ost und deren Beurteilung.
Nach Ansicht des Regierungspräsidiums hat nur die Variante Ost Aussicht auf Verwirklichung. Die Konflikte der anderen Varianten sind insbesondere was die Umweltbelange anbelangt zu groß. Aber die Variante Ost ist keineswegs konfliktfrei. „Trotz der Mitnutzung der vorhandenen Straßen rund um Meckenbeuren, Tettnang und Friedrichshafen benötigen wir für den vierstreifigen Fahrbahnquerschnitt hochwertige Flächen in diesem besonderen Raum“, erklärte Franz Feil vom Planungsteam. Daher gelte es in der weiteren Planung zu prüfen, wo die Flächeninanspruchnahme reduziert werden kann. Im Fokus steht dabei der Abschnitt zwischen der B 30 bei Lochbrücke/Siglishofen und dem geplanten Anschluss an die B 31 in Friedrichshafen. Die Berücksichtigung der neuesten Verkehrsprognose des Bundes für das Jahr 2040 wird zeigen, ob die zu erwartenden Verkehrszahlen einen vierstreifigen Ausbau rechtfertigen. Den Räten wurde deutlich, dass die Abwägung zwischen einer guten Leistungsfähigkeit der B 30 neu und dem Grundsatz, flächensparend zu planen, fachlich hinreichend hinterlegt werden muss.
Auch die künftige Verlärmung durch die neue Straße war ein wichtiges Thema der Sitzung. Da sich die Variante Ost zwischen den Siedlungsrändern hindurchschlängele, müsse das Augenmerk auf bestmöglichem Lärmschutz liegen.
Die Gemeinde- und Ortschaftsräte waren froh vom Planungsteam zu hören, dass die Detailplanung für die Variante Ost schon begonnen hat und kontinuierlich weiter geht. Dass es aber noch einige Jahre hin zu einer neuen B 30 sein werden, machte Anne Dittmann vom Planungsteam deutlich. „Neben den vielen noch notwendigen Planungs- und Verfahrensschritten braucht es seine Zeit, bis die 17 km lange Trasse ausgeplant und abgestimmt ist.“ In der im Vergleich zur Westvariante deutlich längeren Strecke der Variante Ost liegen aber gewichtige Vorteile. Sie verbindet nämlich auch die B 467 bei Tettnang mit der B 30 bei Friedrichshafen. Diese sogenannte „Querspange Tettnang“ ist im Bedarfsplan des Bundes als eigenes Projekt enthalten und praktisch in der Variante Ost enthalten. Durch die Querverbindung wird insbesondere der Tettnanger Teilort Kau deutlich vom Durchgangsverkehr entlastet. Auch Liebenau, das die B 30 neu westlich umfährt, wird von einem großen Teil des Verkehrs befreit.
Tettnangs Bürgermeisterin Regine Rist betonte, dass erkannt wird, dass nur die Variante Ost eine realisierbare Variante ist. Aufgrund der hohen Betroffenheiten - beispielsweise der Landwirtschaft oder der Bewohner der angrenzenden Ortschaften - sei es jedoch unbedingt notwendig, die Gremien und auch die Öffentlichkeit regelmäßig zu informieren und einzubinden, um deren Belange bei den Planungen berücksichtigen zu können, so ihr Appell an das Planungsteam. „Größtmögliche Transparenz schafft hier Vertrauen“, pflichtete ihr Meckenbeurens Bürgermeister und Sitzungsleiter Georg Schellinger bei. Mit dem Gremium des Runden Tischs Landwirtschaft des Regierungspräsidiums sei man hier auf einem guten Weg.