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(Tettnang) - Der Gemeinderat der Stadt Tettnang hat sich in seiner jüngsten Sitzung am vergangenen Mittwoch mit der Stellungnahme der Stadt zum Linienbestimmungsverfahren für die B 30 neu zwischen Friedrichshafen und Ravensburg-Eschach befasst. Nach der derzeit favorisierten Variante Ost würde die neue Bundesstraße über Tettnanger Gemarkung im Bereich Kau und Walchesreute verlaufen.
Stadtbaumeister Dietmar Kathan erläuterte dem Gremium die aus Sicht der Stadt wesentlichen Punkte der Stellungnahme. Demnach fordert Tettnang im weiteren Planungsverfahren:
- Die Trasse soll möglichst nah am Wald geführt werden, um größere Abstände zum Wohngebiet Kau zu schaffen. Zudem sind wirksame lärmmindernde Maßnahmen vorzusehen, um die Ortschaft Kau bestmöglich zu entlasten.
- Die Grundstückszuschnitte würden im Bereich Kau sehr stark eingeschränkt, durchschnitten und somit unwirtschaftlich. Die Stadt fordert daher höhere Erstattungsbeiträge für die Landwirtschaft sowie eine Flurbereinigung, um wieder wirtschaftlich nutzbare Einheiten zu schaffen.
- Der Ausbau der Bundesstraße soll so erfolgen, dass die Landesstraße 333 entlastet wird (vierstreifig). Andernfalls drohten zusätzliche Verkehrsbelastungen für die Wohnbebauung in Kau durch Ausweich-, Rückstau- und Abkürzungsverkehre von zwei Seiten. Dies müsse zwingend vermieden werden.
Der Ortschaftsrat Kau hatte der vorgeschlagenen Stellungnahme im Vorfeld mehrheitlich zugestimmt, jedoch zusätzliche Anregungen zur künftigen Gestaltung der L 333 eingebracht. Diese sollen im nächsten Schritt in Abstimmung mit den zuständigen Behörden geprüft werden. „Das werden alles Themen in laufenden Verfahren“, erklärte Bürgermeisterin Regine Rist. Zugleich wies sie auf den langen Zeithorizont des Projekts hin: „Wir haben viele Jahre noch vor uns, das muss klar sein.“
Die vorgeschlagene Stellungnahme wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen - mit Ausnahme des letzten Punkts zum vierstreifigen Ausbau. Der vierstreifige Ausbau wurde bei sechs Gegenstimmen aus der Grünen-Fraktion sowie der SPD und einer Enthaltung dennoch angenommen. Hans Schöpf (Grüne) kritisierte den geplanten Ausbau: „Wir halten es für einen jahrzehntelangen Irrglauben, weiteren Straßenraum zu schaffen – das ist Teil des Problems und nicht die Lösung.“ Aus Sicht seiner Fraktion wäre das Geld für zusätzliche Fahrspuren besser in den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs investiert.