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05.03.2021    00:04 Uhr   -   von Franz Fischer   -   Nr. 7259   -   446

Wie die Kandidaten im Wahlkreis Wangen die B 30 verbessern wollen

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(Wahlkreis Wangen) - Die Wahlen zum 17. Landtag von Baden-Württemberg finden am 14. März 2021 statt. Wie positionieren sich Parteien und ihre Kandidatinnen und Kandidaten zum Themenbereich Verkehr? Die „Initiative B30“ hat nachgefragt.

 

Heute: Beschreiben Sie Ihre Positionen und Ziele zu Verbesserungen an der Bundesstraße 30: Was wurde in der ablaufenden Wahlperiode erreicht? Welche Maßnahmen müssen zukünftig durchgeführt werden?

 

Petra Krebs (Bündnis 90/Die Grünen)
Tempo 40 nachts ab 22 Uhr auf der B 30 in Gaisbeuren ist zur Reduzierung der Lärmbelastung ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gewesen.

Als elementar sehe ich des Weiteren an, dass mit Beteiligung der Bürger*innen die schnelle Umsetzung von Verbesserungen für Fußgänger und Radverkehr vorangebracht wird.

Die weitere Planung der Anschlüsse L 300 und L 316 ist aus meiner Sicht dringend - ebenfalls mit Beteiligung der Bürger*innen - anzugehen. Erst nach genauer Prüfung der Bedarfe, der Auswirkungen und der Kosten-Nutzen-Relation kann weiter entschieden werden.

Generell ist für mich wichtig, dass der Schwerpunkt auf den Erhalt und der Sanierung des Bestandsnetzes liegen sollte. Um Anwohner*innen von Lärm- und Schadstoffemissionen sowie von der Verkehrsmenge zu entlasten, machen in Einzelfällen der Neu- und Ausbau von Straßen – insbesondere Ortsumfahrungen - Sinn. Das bedeutet für den Bau der Umgehungsvarianten Enzisreute und Gaisbeuren aber auch, dass strikt darauf geachtet werden muss, dass möglichst wenig wertvolle Flächen versiegelt werden.

 

Raimund Haser (CDU)
Die B 30 ist neben der A 96/A 7 die zweite Lebensachse durch den Wahlkreis Wangen-Illertal. Das Bekenntnis im Verkehrswegeplan zum vierspurigen Ausbau war wichtig, nun müssen Taten folgen.

B 30 – L 257, neue Anschlussstelle „Laupheim West“: Sie dient der verkehrlichen Entlastung der Laupheimer Innenstadt.

B 30, Biberach (Jordanbad) - Hochdorf: Ein Planungsbeginn wird vom Ministerium für Verkehr nach 2025 vorgesehen.

B 30, Ersatzneubau Urbachviadukt bei Bad Waldsee: Das Regierungspräsidium Tübingen ist mit den Voruntersuchungen und Abstimmungen beschäftigt.

B 30, OU Gaisbeuren / OU Enzisreute: Die Ortsumgehungen werden im Bedarfsplan 2016 als ein gemeinsames Vorhaben betrachtet. Der Beginn der Planung im zweiten Halbjahr 2022 basiert auf der Priorisierung der Planungen, da nicht alle im Regierungsbezirk Tübingen geforderten und vorgesehenen Planungen zeitgleich möglich sind. Dieser Planungsbeginntermin ist einzuhalten. Darauf werde ich in einer neuen Legislaturperiode pochen.

B 30, Friedrichshafen (B 31) - Ravensburg/Eschach: Die Vorauswahl der bevorzugten Variante wurde Ende 2018 abgeschlossen. Das Regierungspräsidium Tübingen erstellt die Unterlagen für die Voruntersuchung. Danach erfolgt die Linienbestimmung durch den Bund.

 

Helmut Dietz (AfD)
Unser wirtschaftlich starkes und prosperierendes Oberschwaben erwartet ganz sicher keinen Rückgang des Lkw- sowie des Pkw-Verkehrs, sondern im Gegenteil einen Anstieg dieses Verkehrs.

Ich stehe folglich voll und ganz hinter dem durchgehend vierspurigen Ausbau der B 30 sowie der Ortsumfahrungen. Ganz besonders der Ortsumfahrungen. Diese sind natürlich nicht nur unter dem Aspekt des Verkehrsflusses, sondern ganz besonders auch im Sinne der Gesundheit zu sehen.

Wir werden Verkehrsemissionen nie komplett reduzieren können. Allerdings sollten wir diese dann nicht ohne Not in die Wohngebiete tragen, sondern außen herum führen. Es wird manche Ortschaften sehr aufwerten, nicht nur die Emissionen aus dem Zentrum verbannt zu haben, sondern auch nicht mehr durch vielbefahrene Verkehrsadern durchschnitten zu sein.

Unter den gleichen Aspekten Gesundheit und zusammenhängende soziale städtische Strukturen sehe ich auch die Notwendigkeit des Molldietetunnels. Auch diese Verbindung zwischen B 30 und B 32 bedeutet einen großen Gewinn an Lebensqualität an innerstädtischen Straßenverbindungen.

 

Rainer Marquart (SPD)
Der weitere 4-spurige Ausbau der B 30 südlich von Ravensburg konnte nach langer Bauzeit abgeschlossen werden. Hierdurch konnte der Verkehrsfluss dort deutlich verbessert und einige Gemeinden sehr entlastet werden. Die Schaffung einer Querspange zur B 32 zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs in Ravensburg ist wichtig.

Die B 30 zwischen Oberessendorf und der Egelseekurve muss vordringlich mehrspurig ausgebaut und neu trassiert werden. Hier ist das größte Anliegen die Ortsum- oder Unterfahrungen von Gaisbeuren und Enzisreute. Auch das Gebiet um die Einfahrt Bad Waldsee-Nord auf die B 30 ist ein sehr unfallträchtiger Abschnitt, der dringend entschärft werden sollte. Eine Beschleunigung der Planfeststellungen ist dringend geboten.

 

Frank Scharr (FDP)
Im bald ablaufenden Landtag von Baden-Württemberg hat die Grün-Schwarze Koalition unter Verkehrsminister Hermann alles dafür getan, den Ausbau wichtiger Verkehrswege zu be- oder gar zu verhindern.

Die FDP als Opposition hat immer wieder auf den Ausbau- und Reparaturstau der Bundesstraßen hingewiesen. Leider wurden unsere Initiativen durch die Regierungsmehrheit nicht aufgenommen.

Daher ist es das Ziel der FDP 2021 gestärkt in den Landtag wieder einzuziehen und Teil der neuen Landesregierung zu werden. Damit wollen wir Impulse für unser Land setzen – gerade auch verkehrspolitisch. Dies zieht die zuvor schon erwähnte Beschleunigung der langwierigen Planungs- und Genehmigungsverfahren ein.

In die Planungsdetails für die B 30 kann und möchte ich hier nicht einsteigen, da ich kein ausgewiesener Verkehrspolitiker bin. Als Verkehrsteilnehmer und Unternehmer wünsche und fordere ich den durchgängigen Ausbau der B30 von Ulm bis zum Bodensee.

 

Enes Muric (Die Linke)
Ein hohes Verkehrsaufkommen, steigende Unfallquoten, sowie entstehende Umweltschäden, zeigen, dass bei der B 30 dringend Handlungsbedarf besteht. In den nächsten Jahren muss massiv Druck für einen sinnvollen Ausbau gemacht werden. Die Prognosen zeigen jedoch, dass man in den nächsten Jahren ein starkes Wachstum des Verkehrsaufkommens auf der B 30 erwarten kann. Um langfristig einen Beitrag für Klimaschutz und Lärm- und Schadstoffreduzierung zu leisten, muss man schleunigst Anreize für den Ausbau von Bus und Bahn schaffen. Wer würde noch das Auto nehmen, wenn man mit Bus und Bahn günstiger und gleich schnell am Ziel ist? Deshalb wollen wir die Fahrgastzahlen bei Bus und Bahn bis 2030 verdoppeln, z. B. durch die Weiterentwicklung des Zielkonzept 2025 für den Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs (SPNV), was eine deutliche Erhöhung der Investitionen vom Land erfordert. Den Güterverkehr wollen wir weitestgehend auf die Schiene verlagern, um das Verkehrsaufkommen auf der B 30 zu entlasten.

 

Der Wahlkreis Wangen
Der Wahlkreis Wangen (Wahlkreis 68) ist ein Landtagswahlkreis im Südosten von Baden-Württemberg. Er umfasst die Gemeinden Achberg, Aichstetten, Aitrach, Amtzell, Argenbühl, Aulendorf, Bad Waldsee, Bad Wurzach, Bergatreute, Isny im Allgäu, Kißlegg, Leutkirch im Allgäu, Vogt, Wangen im Allgäu und Wolfegg aus dem Landkreis Ravensburg sowie aus dem Landkreis Biberach die Gemeinden Berkheim, Dettingen an der Iller, Erolzheim, Kirchberg an der Iller, Kirchdorf an der Iller, Rot an der Rot und Tannheim.


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