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25.11.2021    20:15 Uhr   -   von Franz Fischer   -   Nr. 7567   -   38

Pariser Klimaziele nicht mehr erreichbar

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Selbst wenn alle Länder der Erde ihre Klimaziele für 2030 erfüllen, dürfte die durchschnittliche Erderwärmung bis zum Jahr 2100 über 2 Grad betragen. Das ermittelte eine internationale Forschergruppe, die nun mit computergestützten Bewertungsmodellen die Entwicklung der globalen CO2-Emissionen im Energiebereich neu berechnet.

Als Basis zogen die Klimaforscher die kurzfristigen Eindämmungsbemühungen heran und zwei Annahmen darüber, wie diese nach 2030 fortgesetzt werden. Dabei kommen sie zu dem Ergebnis, dass weder das 1,5- noch das 2-Grad-Ziel des Pariser Abkommens erreichbar sind, selbst wenn alle Staaten ihre Klimaziele in den nächsten neun Jahren einhalten.

Trotz der großen Bandbreite an Emissionen bis 2050 ergebe sich zwar für fast alle Szenarien zumindest keine mittlere Erwärmung von über 3 Grad im Jahr 2100 gegenüber dem vorindustriellen Niveau, schreibt das Team in seiner am Montag im Fachjournal „Nature Climate Change“ veröffentlichten Studie. Auch die optimistischste Situationsbeschreibung reiche nicht aus, um die globale Erwärmung auf 2 Grad zu begrenzen. Wahrscheinlicher sei eine durchschnittliche Erderwärmung von 2,2 bis 2,9 Grad bis dahin.

Der Großteil der bisherigen Literatur zu integrierten Bewertungsmodellen konzentriert sich auf kosteneffiziente Pfade, um bestimmte Temperaturziele zu erreichen. Bekannte Modellierungen gehen so meist von einem gesetzten Temperaturziel aus und bestimmten Emissionsverläufen, die damit kompatibel sind. Der Ansatz der Autoren der aktuellen Studie läuft andersherum: Basierend auf heutiger Klimapolitik berechnen sie den wahrscheinlichsten Emissionsverlauf bis zum Jahr 2100.

Beteiligt an der Studie waren das CICERO Center for International Climate Research, Oslo, Norway; Grantham Institute for Climate Change and the Environment, Imperial College London, London, UK; Basque Centre for Climate Change (BC3), Leioa, Spain; Energy Policy Unit, School of Electrical and Computer Engineering, National Technical University of Athens, Athens, Greece; Climate Change Policy Group, Centre for Atmospheric Science, University of Cambridge, Cambridge, UK; RFF-CMCC European Institute on Economics and the Environment (EIEE), Venice, Italy; Department of Environmental Sciences, Informatics and Statistics, Ca’Foscari University of Venice, Venice, Italy; Euro-Mediterranean Center on Climate Change (CMCC), Venice, Italy; Department of Chemical Engineering, Imperial College London, London, UK; Institute of Economic Forecasting of the Russian Academy of Sciences, Moscow, Russia; École Polytechnique Fédérale de Lausanne (EPFL), Lausanne, Switzerland und International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), Laxenburg, Austria.

Sognnaes, I., Gambhir, A., van de Ven, DJ. et al. A multi-model analysis of long-term emissions and warming implications of current mitigation efforts. Nat. Clim. Chang. (2021). https://doi.org/10.1038/s41558-021-01206-3


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