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01.03.2021    22:04 Uhr   -   von Franz Fischer   -   Nr. 7255   -   445

Wo die Kandidaten im Wahlkreis Biberach Bedarf sehen

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(Wahlkreis Biberach) - Die Wahlen zum 17. Landtag von Baden-Württemberg finden am 14. März 2021 statt. Wie positionieren sich Parteien und ihre Kandidatinnen und Kandidaten zum Themenbereich Verkehr? Die „Initiative B30“ hat nachgefragt.

 

Heute: Welche Herausforderungen im Verkehrssystem bestehen in Ihrem Wahlkreis?

 

Robert Wiest (Bündnis 90/Die Grünen)
Keine Antwort

 

Thomas Dörflinger (CDU)
Im Wahlkreis Biberach gilt es, die Projekte der Umsetzungskonzeption des Landes zum Bedarfsplan 2016 zügig anzugehen: die bereits in Planung befindliche Ortsumfahrung Ringschnait - Ochsenhausen - Edenbachen (B 312), die Ortsumfahrung Riedlingen (B 311) mit Planungsbeginn bis 2025 und der Ausbau der B 30 Biberach (Jordanbad) - Hochdorf und die Ortsumfahrung Warthausen (B 465) mit Planungsbeginn ab 2025. Bei den Landstraßen ist es gelungen, die Ortsumfahrung Ingoldingen (L 284) neu in den Maßnahmenplan des Landes hineinzubekommen. Planung und Realisierung stehen nun an. Verkehr ist bei uns stets Straße und Schiene. Daher muss im Zuge der Elektrifizierung der Südbahn der ÖPNV insgesamt gut miteinander verzahnt werden. Ebenso müssen für die Donaubahn bei Elektrifizierung und Ausbau wichtige Weichen gestellt werden. Zentral ist für beide Strecken, das Projekt Regio-S-Bahn Donau-Iller schneller voranzubringen. Das wird die Schiene noch attraktiver machen. Hinzu kommt der Radwegeausbau.

 

Volker Körner (AfD)
Grundsätzlich sehe ich, dass im Wahlkreis Biberach in vielen Städten noch die Balance zwischen Verkehr und Einzelhandel gefunden werden muss. Es müssen Parkmöglichkeiten vorhanden sein, um die lohnende Frequenz für den Einzelhandel im Stadtkern zu erreichen. Einer Beruhigung der Innenstädte müssen Parkmöglichkeiten an zentralen Orten gegenüberstehen. Auch im ÖPNV müssen wir gegenüber den Großstädten anders denken. Wir haben keine 5 oder 10 Minuten Takte um mit einem Bus von einem Ort zum anderen zu fahren. Hier muss noch viel intensiver über eine allgemeine Mobilitätsmöglichkeit nachgedacht werden. Es muss das Ziel sein, dass man auch bei uns auf dem Land sich zu fast jeder Zeit in einen Bus/Zug setzen kann um irgendwo hinzukommen. Es gibt aktuell 2 große Projekte in Biberach an der Riß, die meine Aufmerksamkeit haben: Der sogenannte „Aufstieg B 30“ und die neue „GV Blosenberg“. Beide Projekte sehe ich als wichtig an und finden meine Unterstützung. Ich sehe die große Entlastung der vorhandenen und heute genutzten Straßen und Kreuzungen. Diese werden spürbar für Anwohner und dem Anliegerverkehr reduziert.

 

Bettina Weinrich (SPD)
Ich möchte, dass unsere Bürgerinnen und Bürger sich möglichst mobil von A nach B bewegen können. Im ländlichen Raum sind hierzu insbesondere Ortsumgehungsstraßen erforderlich, auch um den Verkehr innerorts zu entlasten. Als Paradebeispiel dient hierfür die Gemeinde Unlingen: diese hat mit der Umfahrung der B 311 ihre Ortsdurchfahrt um bis zu 84 % entlasten können. Das wirkt sich auch positiv im Sinne einer verminderten Lärmbelästigung sowie einer erhöhten Verkehrssicherheit- und Mobilität vor Ort aus. Für die Verbesserung unserer Mobilität müssen wir jedoch, auch im Sinne der Straßenverkehrsentlastung und im Sinne der Nachhaltigkeit, Alternativen jenseits unserer Straßen fördern. Dementsprechend möchte ich auch den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs durch ein erhöhtes ÖPNV-Angebot voranbringen und mich insbesondere für einen Ausbau von Bahnhaltepunkten entlang der Württembergischen Südbahn einsetzen, um unsere Straßen und die Umwelt zu entlasten.

 

Hildegard Ostermeyer (FDP)
(1) Die größte geplante Baumaßnahme wird der Anschluss der Nordwestumfahrung an die B 30 sein. Dabei ist ein Tunnel von 900 m Länge vorgesehen. (2) B 30: Zu den Hauptverkehrszeiten ist der Kreuzungsbereich am Jordanei stark belastet. (3) Elektrifizierung der Bahnstrecke Ulm-Lindau. Für die Strecke ist ebenfalls eine Regio-S-Bahn von Ulm nach Aulendorf geplant mit den Haltestellen Hochdorf und Unteressendorf. Die Umsetzung dauert, weil die Pläne vom Ministerium für Verkehr noch nicht da sind. (4) Ein weiterer Ausbau des Radwegenetzes zwischen den Landkreisgemeinden ist geplant und nötig. (5) Neu im Verkehrswegeplan des Landes aufgenommen wurde die Umgehung von Ingoldingen und die Eisenbahnkreuzungsmaßnahme Warthausen. In Warthausen gibt es zu den Hauptverkehrszeiten längere Staus. (6) Bundesstraße 312 ist in Planung, der Landkreis forciert diese mit eigenen Mitteln. Es geht dabei um die Umgehung Ringschnait, Ochsenhausen, Erlenmoos und Edenbachen. (7) Geplante Umgehung Riedlingen: im Bundesverkehrswegeplan mit vordringlichem Bedarf, als wichtige Ost-West-Verbindung. (8) Entfallen ist der Ausbau Füramoos nach Tristolz.

 

Ralph Heidenreich (Die Linke)
Der öffentliche Nahverkehr wird seiner steigenden Bedeutung in keiner Weise gerecht und muss massiv ausgebaut werden. Wer ohne Auto auf dem Lande wohnt, ist extrem eingeschränkt. Das betrifft heute beispielsweise ältere Mitbürger, die kein Auto mehr fahren können oder wollen. Mit dem Ende des Verbrennungsmotors wird dieses Problem aber eine ganz andere Größenordnung erreichen. Dazu kommen deutliche Defizite in der Infrastruktur für Elektromobilität und in der ländlichen Versorgung.

 

Der Wahlkreis Biberach
Der Wahlkreis Biberach (Wahlkreis 66) ist ein Landtagswahlkreis im Südosten von Baden-Württemberg. Er umfasst die Gemeinden Achstetten, Alleshausen, Allmannsweiler, Altheim, Attenweiler, Bad Buchau, Bad Schussenried, Betzenweiler, Biberach an der Riß, Burgrieden, Dürmentingen, Dürnau, Eberhardzell, Erlenmoos, Ertingen, Gutenzell-Hürbel, Hochdorf, Ingoldingen, Kanzach, Langenenslingen, Laupheim, Maselheim, Mietingen, Mittelbiberach, Moosburg, Ochsenhausen, Oggelshausen, Riedlingen, Schemmerhofen, Schwendi, Seekirch, Steinhausen an der Rottum, Tiefenbach, Ummendorf, Unlingen, Uttenweiler, Wain und Warthausen aus dem Landkreis Biberach.


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