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(Friedrichshafen) - Der Romanshorner Platz in Friedrichshafen gilt als Eingangstor zur Innenstadt: Er grenzt an Fähranleger, Bus- und Hafenbahnhof, Einkaufszentrum sowie das Parkhaus „Altstadt“. Hier endet auch die aus Ulm kommende Bundesstraße 30. Dennoch lädt die Fläche bislang vor allem dazu ein, sie möglichst schnell zu verlassen. Gründe sind die vollständig versiegelte Fläche und fehlende Schattenbereiche.
Der Ausschuss für Planen, Bauen und Umwelt des Friedrichshafener Gemeinderats befasst sich am Dienstag, 5. Mai 2026, mit dem Ergebnis einer konzeptionellen Vorstudie zur Umgestaltung. Die öffentliche Sitzung im Rathaus beginnt um 17 Uhr.
Bereits 2022 hatte der Gemeinderat ein Gesamtkonzept zur gestalterischen Aufwertung der Innenstadt beschlossen. Nach der Fertigstellung des Adenauerplatzes Ende 2023 und des Franziskusplatzes im vergangenen Jahr steht nun der Romanshorner Platz im Fokus.
Kostenschätzung: 1,9 Millionen Euro
Die Umgestaltung wird auf rund 1,9 Millionen Euro geschätzt. Ziel ist es, den Platz als identitätsstiftenden Ort aufzuwerten, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen sowie Begrünung und Hitzeschutz zu verbessern. Gleichzeitig soll der ansässige Einzelhandel gestärkt werden.
Aufenthaltsqualität und Sicherheit
Aufgrund der angrenzenden Mauer des Hafenbahnhofs, der Fahrradabstellanlage und unzureichender Beleuchtung entstehen derzeit dunkle Bereiche, die den Aufenthalt „eines bestimmten Klientels“ begünstigen. Künftig sollen zusätzliche Sitzgelegenheiten, begrünte und beschattete Zonen sowie Wasserelemente das Mikroklima verbessern, den Platz beleben und Angsträume reduzieren.
Klimainsel geplant
Vorgesehen ist eine Klimainsel mit neuen Bäumen und einem kühlenden Wasserspiel als zentrales Element. Sie soll als eingebettetes Mosaik im bestehenden Pflaster entstehen und Raum für Aufenthalt sowie saisonale Nutzungen bieten. Die übrige Pflasterfläche bleibt erhalten. Auch die vorhandene Bauminsel mit Blauglockenbäumen soll bestehen bleiben. Deren Wurzelraum wird erweitert. Ein Baumgutachten bestätigt die langfristige Erhaltung der Bäume.
Baumvorhang am Kaufhaus
Entlang des Edeka-Kaufhauses ist ein Baumvorhang mit Aufenthaltsbereich geplant, der sich vom Transit- und Bewegungsbereich abgrenzt. Dort sowie im Bereich der Klimainsel sollen zahlreiche Sitzmöglichkeiten entstehen, die unterschiedliche Nutzungen miteinander verbinden. Sowohl Cafébesucher als auch Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs sollen sich dort aufhalten können.
Förderung des Radverkehrs
Mit 43 neuen Fahrradbügeln wird die Erreichbarkeit verbessert und der Umweltverbund gestärkt. Ergänzend ist eine Abstellzone für Leih-E-Pedelecs und E-Roller vorgesehen.
Veränderungen bei Veranstaltungen
Ein Wasserspiel am südlichen Rand soll als Geräuschkulisse zum Busbahnhof dienen und zugleich einen überfahrbaren, multifunktionalen Bereich für Veranstaltungen bieten. Die Bodensee-Weihnacht und das Seehasenfest sollen weiterhin stattfinden. Für Fahrgeschäfte wird künftig jedoch kein Platz mehr zur Verfügung stehen.
Weiteres Verfahren
Der Ausschuss berät am kommenden Dienstag, den endgültigen Beschluss fasst der Gemeinderat am Montag, 18. Mai 2026. Bei Zustimmung will die Verwaltung die Planung noch in diesem Jahr konkretisieren und die Arbeiten ausschreiben. Die Umsetzung ist für das kommende Jahr vorgesehen.