20.03.2023 - 18:18 Uhr
Franz Fischer
Nr. 8171
575

Weltklimarat rät Wälder und Moore zu schützen

(Interlaken) – Der am Montag veröffentlichte neue Synthesebericht des Weltklimarates IPCC zeigt nach eigenen Angaben machbare und wirksame Möglichkeiten auf, Treibhausgas-Emissionen zu mindern. Der IPCC-Vorsitzende Hoesung Lee sagte mit Blick auf die Politik: „Die Durchsetzung wirksamer und gerechter Klimamaßnahmen verringert nicht nur Verluste und Schäden für Natur und Mensch, sondern bringt weitere Vorteile mit sich.“


Emissionen weltweit gestiegen
Der sogenannte Synthesebericht zum Sechsten Sachstandbericht wurde von 195 Mitgliedsländern auf einem Treffen in Interlaken in der Schweiz einstimmig verabschiedet. Die Herausforderung, das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, hält der IPCC für „beispiellos“. Sie ist noch größer geworden, weil in den vergangenen fünf Jahren die klimaschädlichen Emissionen auf der Erde weiter angestiegen sind.


Drastische Emissionsminderung gefordert
Nun müssten die klimaschädlichen Emissionen in allen Sektoren „tiefgreifend, schnell und nachhaltig“ gesenkt werden. Auf welchem Niveau auch immer müsse der Temperaturanstieg gestoppt und das System stabilisiert werden. Dazu seien „drastische Emissionsminderungen“ bis 2030 notwendig. Aktuell habe sich die Erde auf 1,1 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau erwärmt.


Menschen sollen ihre Lebensweise tiefgreifend ändern
Im Zentrum wirksamen Klimaschutzes sieht der Weltklimarat urbane Räume: Wenn sich Menschen anders ernähren und fortbewegen, anders wohnen und heizen und auch anders produzieren, würde das auch ihre Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Würden die Menschen überdies verstehen, was übermäßiger Konsum verursacht, könnten sie fundiertere Entscheidungen treffen.


Wälder aufforsten und Moore schützen
Die Wissenschaftler betonen mögliche Synergien von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen. Zum Beispiel können Pläne zur Aufforstung von Wäldern und Wiedervernässung von Mooren, die als CO2-Senken dienen, mit Plänen zu Hochwasser- Retentionsflächen und Naherholungsräumen verbunden werden. Auch nützte der Zugang zu sauberer Energie und Technologien der Gesundheit von Frauen und Kindern.


Mehr Geld für den Klimaschutz gefordert
Beschleunigte Klimamaßnahmen würden nur möglich sein, wenn die Finanzmittel vielfach erhöht werden. Die Regierungen müssten mit öffentlicher Finanzierung klare Signale an Investoren senden. Investoren, Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden könnten ihren Teil beitragen. Wenn Technologie, Know-how und geeignete politische Maßnahmen genutzt und angemessene Finanzmittel bereitgestellt werden, könne jede Gemeinschaft den kohlenstoffintensiven Verbrauch reduzieren oder vermeiden.


  0 Kommentare

Kommentar schreiben

Abbildung
(Friedrichshafen) - Wegen falscher Bedienung der Gangschaltung verursachte eine Seniorin am Dienstag auf der B 30 in Friedrichshafen einen Verkehrsunfall. Um etwa 11 Uhr legte die 82-jährige VW-Fahrerin in der Ravensburge...
Abbildung
(Baindt) - Über den Kreisverkehr Riedsenn ist am Mittwoch in den frühen Morgenstunden ein 38-jähriger gefahren. Offensichtlich hatte der Nissan-Fahrer den Kreisverkehr nicht wahrgenommen und fuhr auf diesen. Dabei entst...
Abbildung
(Meckenbeuren) - Die Interessengemeinschaft zur „B30 neu“ positioniert sich klar gegen eine Osttrasse bei Meckenbeuren und befürwortet stattdessen eine Trassenführung durch den Brochenzeller Wald. Ziel sei eine wirks...
Abbildung
(Ravensburg) - Ein Pkw-Lenker meldete am Freitagabend gegen 21.25 Uhr einen Falschfahrer, der auf der B 30 zwischen Ravensburg-Süd und Ravensburg-Nord unterwegs war. Die Polizei rückte mit mehreren Streifen aus, konnte d...
Abbildung
(Gaisbeuren) - Die Bad Waldseer Ortschaft Gaisbeuren erhält wieder einen Geldautomaten. Nach Abschluss technischer Arbeiten soll das Gerät ab dem 4. März 2026 betriebsbereit sein, teilt die Kreissparkasse Ravensburg mit...
Abbildung
(Donaustetten) - Rund 240 Verkehrsteilnehmer müssen mit Verwarnungen und Anzeigen rechnen. Sie waren am Mittwoch auf der B 30 bei Ulm-Donaustetten zu schnell unterwegs. Zwischen 8.30 und 13.30 Uhr führte die Polizei in F...