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07.03.2020    00:57 Uhr   -   von Franz Fischer   -   Nr. 6946   -   309
bearbeitet 07.03.2020    01:15 Uhr von Franz Fischer

Lärmschutzbeauftragter fordert zum Handeln auf

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(Stuttgart) - Laut eines Berichts der Europäischen Umweltagentur (EEA) ist jeder fünfte Europäer von Lärm betroffen. Insbesondere der Straßenverkehrslärm mache vielen Menschen zu schaffen und gelte als Lärmverursacher Nummer 1. Europaweit sind laut EEA-Bericht schätzungsweise 113 Millionen Menschen von einer durch den Straßenverkehr verursachten Lärmbelastung jenseits von 55 Dezibel betroffen.

Für Thomas Marwein MdL (Grüne), den Lärmschutzbeauftragten der Landesregierung Baden-Württembergs, unterstreichen diese Zahlen das gewaltige Ausmaß von Verkehrslärm als Umweltbelastung. Hier seien Politik, Gesetzgebung, Planer, Forschung, Hersteller, aber auch jeder Einzelne gefordert, dem Schutz vor Lärm den gebührenden Stellenwert einzuräumen. Lärm mindere nicht nur die Lebensqualität, sondern könne auch ernstzunehmende gesundheitliche Folgen haben, sagte Marwein.

 

Marwein: An Hauptverkehrsstraßen viel erreicht
Der Schutz vor Lärm, insbesondere vor Straßenverkehrslärm, ist seit Jahren ein Schwerpunkt der Landesregierung. Der Lärmschutzbeauftragte Thomas Marwein hebt hervor: „Wir haben in den vergangenen Jahren lärmmindernde Fahrbahnbeläge in Ortsdurchfahrten oder Tempo 30 ermöglicht. So konnten insbesondere die am stärksten betroffenen Anwohnerinnen und Anwohner vom Verkehrslärm entlastet werden.“ Die Erfolge zeigten sich im Vergleich der aktuellen Lärmkarten für die Hauptverkehrsstraßen außerhalb der Ballungsgebiete mit denen aus dem Jahr 2012. Die Zahl der Menschen, die in Baden-Württemberg von Lärmpegeln in einem gesundheitskritischen Bereich über 55 dB(A) nachts betroffen sind, ginge den Kartierungen zufolge in diesem Zeitraum um etwa ein Viertel zurück.

 

Bund soll Schwellenwerte senken
Marwein kritisiert die aktuellen Lärmschwellenwerte und fordert eine Absenkung. Aus der Lärmwirkungsforschung sei bekannt, dass die Werte, die in Rechtsetzung und Rechtsprechung bislang als Schwelle einer verkehrslärmbedingten Gesundheitsgefahr herangezogen werden, zu hoch angesetzt sind. Die Werte von 70 dB(A) tagsüber und 60 dB(A) nachts liegen etwa 15 Dezibel über den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Es bestehe dringender Handlungsbedarf diese Werte um wenigstens 5 dB(A) auf 65 dB(A) tagsüber und 55 dB(A) nachts zu senken, hebt Marwein hervor und verweist darauf, dass die Umweltministerkonferenz in ihrer Sitzung im November 2019 diese Forderung aufgegriffen hat. Gefordert sei der Bund. Der Schutz vor Lärm brauche bessere Rahmenbedingungen.

 

Elektromotorräder als Alternative
Erforderlich sei auch, dass der Straßenverkehr insgesamt leiser wird. Insbesondere Sportwagen und Motorräder seien zu laut. „Soundtasten und Klappenauspuffe, die nur dazu da sind, dass Fahrzeuge lauter werden, gehören verboten!“, so Marwein. Dem auch in Baden-Württemberg zunehmenden Problem Motorradlärm widmet sich die „Initiative Motorradlärm“, die am 13. Februar 2020 durch Verkehrsminister Winfried Hermann MdL, den Lärmschutzbeauftragten Thomas Marwein MdL und der Bürgermeisterin von Sasbachwalden der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. 85 Städte, Gemeinden und Landkreise in Baden-Württemberg sind bereits Mitglied. Sie setzen sich dafür ein, dass Motorräder leiser werden, Motorräder leiser gefahren werden und rücksichtsloses Fahren deutliche Folgen hat. Großes Potenzial, Fahrspaß und Landschaft ohne störenden Lärm zu genießen, schreibt der Lärmschutzbeauftragte Elektromotorrädern zu.


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