16.12.2014 - 23:59 Uhr
Franz Fischer
Nr. 4817
860

Örtliche Zeitung erläutert "Fakten"

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(Meckenbeuren) - Meckenbeuren und Hagnau stehen im neuen Bundesverkehrswegeplan 2015 im "Vordringlichen Bedarf". Das will die örtliche Zeitung erfahren haben. Grund genug für die Journalisten die "Fakten" "aufzudröseln".

Trassen: Zwei Trassen - Ost und West - und ein Planungskorridor seien im Spiel. Gegen den Planungskorridor Mitte habe sich die örtliche CDU ausgesprochen und auch im Gemeinderat scheine es keine Mehrheit zu geben. Der Planungskorridor Mitte begrenze die Gemeinde nach Norden. Der große Vorteil der Ost-Umfahrung sei, dass sie teils auf bestehenden Straßen verliefe und eine Umfahrung für Liebenau/Langentrog als Kernelement besäße.

Bundesverkehrswegeplan: Die örtliche Zeitung hat beim Regierungspräsidium nachgefragt. "Hier werden die Weichen gestellt", hebe Pressesprecher Steffen Fink die Bedeutsamkeit des Bundesverkehrswegeplans hervor. Die Landesverkehrsministerien melden die Projekte an. Dabei werde nach "Vordringlichem Bedarf" und "Weiterem Bedarf" unterschieden, so die örtliche Zeitung. In Wirklichkeit hat kein Bundesland, außer Baden-Württemberg, seine Projekte detailliert priorisiert. Alleine der Bund entscheidet über die Dringlichkeitseinstufung und nicht die Länder.

Den Status "Vordringlichen Bedarf" billige das Landesverkehrsministerium der B 30 zwischen Friedrichshafen und Ravensburg zu, wie auch der B 31 Meersburg bis Immenstaad mit der Umfahrung von Hagnau. Beide seien eingestuft beim Neubau von Bundesstraßen als "Projekt mit Planungsrecht" - was im Land für 32 weitere Vorhaben gelte, so die örtliche Zeitung. In Wirklichkeit wird in der "Priorisierungsliste" des Landes die Einstufung im letzten Bundesverkehrswegeplan 2003 genannt. Zudem rangieren Meckenbeuren und Hagnau in der Bewertung des Landes nur im Mittelfeld und hätten damit nur mittelmäßige Realisierungschancen.

Die Umfahrung Meckenbeuren werde rund 144,5 Millionen Euro kosten und sei damit das teuerste Projekt aller 34 Projekte, gefolgt von der B 31 von Meersburg bis Immenstaad mit 120,5 Millionen. Angesichts dieser Kosten und der begrenzten Mittel auf Bundesseite käme mit Sicherheit im weiteren Verlauf dem Planungstempo Bedeutung zu, so die örtliche Zeitung. Zwar dann, wenn es an die Planfeststellung und Ausführungsplanung gehe. Für den Bundesverkehrswegeplan sei es hingegen eher unüblich, so Steffen Fink, wenn bereits eine konkrete Trasse aufgezeigt würde.

"Nadelöhr": Meckenbeuren drohe zum Nadelöhr zu werden - vor allem dann, wenn die Trassenfindung länger dauert, während die Maßnahmen B 30-Ravensburg-Süd und B 31 Friedrichshafen weiterhin wie bisher unterwegs seien, so die örtliche Zeitung. Tatsächlich werden beide Maßnahmen lange vor der B 30 neu bei Meckenbeuren fertiggestellt sein. Im Moment läuft an der B 30 bei Meckenbeuren die Vorplanung. Die eigentliche Entwurfs- und Genehmigungsplanung ist noch ausstehend und kann durchaus zehn und mehr Jahre dauern. Ob Meckenbeuren zum Nadelöhr wird ist eine andere Frage. Der meiste Verkehr von Ravensburg in Richtung Süden fährt über die B 467, während nur ein kleiner Teil über Meckenbeuren nach Friedrichshafen fährt. Zudem wird die B 31 neu nur bis Immenstaad ausgebaut. Der weitere Anschluss Richtung Westen ist ausstehend. Dadurch ist es wahrscheinlich, dass nach der Fertigstellung nach wie vor der größte Teil des Verkehrs von Meersburg in Richtung Ravensburg weiterhin über die B 33 fährt.

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