27.08.2014 - 23:59 Uhr
Franz Fischer
Nr. 4638
800

Anwohner wollen weiter kämpfen

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(Mattenhaus / Schellenberg / Englerts) - Die Anwohner entlang der B 30 von Mattenhaus, Schellenberg und Englerts werden nicht aufgeben. Das teilt Elvira Bachmann im Namen der Anwohner mit. Sie selbst ist im Juni umgezogen - von Schellenberg nach Mittelurbach, wo es sicherer und ruhiger sei. Dennoch werde sie für eine Verkehrsberuhigung der B 30 weiter kämpfen. Im Januar hat sie gemeinsam mit Karl-Heinz Lott die Forderungen der Bürger schriftlich an Bürgermeister Roland Weinschenk übergeben. Im Juli kam eine vierseitige Antwort der Stadtverwaltung.

Geschwindigkeitskontrollen: Bei Messungen vom 18. bis 24. März im Bereich der Unterführung bei Mattenhaus seien im Schnitt 13.000 Fahrzeuge pro Tag gezählt worden. Der Schwerlastverkehr mache davon zehn Prozent aus. 90 Prozent der Fahrer hielten sich an das Tempolimit von 100 Stundenkilometern. Zudem sei an drei Tagen im vergangenen Halbjahr die Geschwindigkeit bei Mattenhaus kontrolliert worden. Von knapp 1.400-1.500 Fahrern seien hier je vier, zehn und 18 Fahrzeuge zu schnell unterwegs gewesen. Ständige, erhebliche Geschwindigkeitsüberschreitungen werden durch diese Zahlen nicht belegt.

Unfälle: Laut Polizeipräsidium Konstanz seien auf dem 2,3 Kilometer langen Streckenabschnitt in den Jahren 2011 bis 2013 "nur wenige Unfälle" geschehen, nämlich elf. Vier davon beim Abbiegen. Rasen spiele laut Polizei eine untergeordnete Rolle für Unfälle, es bestehe keine "erhebliche Gefahrenlage", die für ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern die Basis wäre. Auch nicht an der Bushaltestelle bei Mattenhaus. Verantwortlich für Unfälle seien primär Linksabbieger.

Das es zu kritischen Situationen für Linksabbieger komme, sei der Verwaltung und dem Regierungspräsidium bewusst. Daher habe man 2011 an den Zufahrten nach Steinenberg, Mattenhaus, Schellenberg und zum Gasthaus Kreuz die Straße verbreitert und Haltelinien für Linksabbieger markiert. Laut Regierungspräsidium könnten wegen des geringen Verkehrsaufkommens keine weiteren Maßnahmen, etwa richtige Linksabbiegerspuren, wie in Englerts, getroffen werden.

Flüsterasphalt: Ein von den Anwohnern gewünschter Straßenbelag, der Lärm mindert, ist auch nicht in Aussicht. Der Lärm-Schwellenwert werde laut Regierungspräsidium nicht überschritten.

Überholverbot: An den Stellen, wo ein Überholverbot nötig sei oder nur Traktoren überholt werden dürfen, besteht bereits ein Überholverbot. Für die verbleibende freie Strecke sei das nicht möglich.

Warnschilder: Weitere Warnschilder oder Warnblinker gebe es auf der Strecke nicht. Die Voraussetzungen dafür seien nicht erfüllt. Zudem tendierten Fahrer dazu, Schilder zu ignorieren, wenn es zu viele gebe.

Grundsätzlich zeigten alle Beteiligten Verständnis für die Forderungen der Anlieger. Die Stadt werde der Forderung nach mehr Geschwindigkeitskontrollen nachkommen. Doch die Grenzen des Möglichen werden durch die Straßenverkehrsordnung und die konkreten sachlichen und örtlichen Gegebenheiten vorgegeben.

Auch die Anwohner, in deren Namen Elvira Bachmann ein Schreiben verfasst hat, gehen auf die einzelnen Punkte ein. Wenn in Gaisbeuren 23.000 Fahrzeuge auf der B 30 unterwegs seien, wo sind die 10.000 geblieben, die auf dem Streckenabschnitt der B 30 nördlich von Bad Waldsee fehlen? Warum sind die tödlichen Unfälle in der Unfallstatistik der Polizei nicht erwähnt? Die Linksabbiegespuren seien zu eng, es gebe keine Hinweisschilder darauf. Bachmann zieht Vergleiche zu anderen Straßen rund um Bad Waldsee, wo generelle Tempolimits bestehen. Sie berichtet von Erfahrungen von riskanten Überholmanövern, trotz Verbotsschilder. Das es bei der Bushaltestelle kein Tempolimit geben soll, nennt sie unverantwortlich. "Es sollte und muss im Interesse und zum Schutz der Stadt sein, im Rahmen ihrer Möglichkeiten und im Sinne eines präventiven Handelns notwendige Maßnahmen zu fordern", schreibt sie. Allem voran: Tempo 70.

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