08.08.2013 - 23:59 Uhr
Franz Fischer
Nr. 4174
867

Luftschadstoffmessungen können nicht anerkannt werden

Abbildung
(Ravensburg) - Das Regierungspräsidium Tübingen kann die in 2010/11 im Schussental gemachten Luftschadstoffmessungen nicht anerkennen. Bei den Messungen seien Fehler gemacht worden. Deshalb stellten die Messergebnisse keine geeignete Grundlage zum Erlass eines Luftreinhalteplans dar.

2010/11 hatte das Institut Müller-BBM aus Gelsenkirchen gemeinsam mit dem Steinbeis-Transferzentrum in Weingarten an sechs Orten im Schussental Luftschadstoffe gemessen. Dabei hatte sich herausgestellt, dass die gültigen Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide besonders an zwei Messpunkten in Ravensburg deutlich über der gültigen Grenzwerte lagen.

Im vergangenen Herbst wurde bekannt, dass das Regierungspräsidium die Messungen und die damit einhergehenden, teilweise dramatischen Resultate möglicherweise nicht anerkennen wird. Genau das ist geschehen. "Der maßgebliche Grund ist, dass die Messorte nicht entsprechend den gesetzlichen Vorgaben ausgewählt worden sind", sagt Carsten Dehner von der Pressestelle des Regierungspräsidiums.

Vor allem mit zwei Messpunkten hat das Regierungspräsidium Probleme. Am Ravensburger Frauentor habe die Messstation direkt am Fahrbahnrand in einem Grünstreifen gestanden. Die Gebäudefront und damit der eigentlich für das Schutzgut Menschliche Gesundheit relevante Bereich liegt in einiger Entfernung zur Messstelle. Die Messergebnisse vom Messpunkt können nicht auf die Häuserfront hinter dem Grünstreifen und auch nicht auf die Häuserfront auf der dem Messpunkt gegenüberliegenden Seite der Schussenstraße übertragen werden.

Auch der Messpunkt an der Kaufland-Kreuzung wird kritisiert. Hier wurde direkt vor dem fensterlosen Gebäude des Einkaufsmarktes gemessen. Dort gibt es aber keine betroffenen Menschen. Die Übertragung der gemessenen Werte auf andere Abschnitte der Jahnstraße ist aus fachlicher Sicht nicht zulässig.

Die Messstellen hatten die ausführenden Institute gemeinsam mit dem Auftraggeber, dem Gemeindeverband Mittleres Schussental, festgelegt. In einer gemeinsamen Stellungnahme heißt es dass die Aussagen des Regierungspräsidiums zur räumlichen Repräsentativität der Messergebnisse in dieser Form nicht ganz oder zumindest teilweise nicht geteilt werden können.

Die Ravensburger Stadtverwaltung will nun nach der Sommerpause die zuständigen Gremien über den aktuellen Stand in Sachen Luftschadstoffe informieren und das weitere politische Vorgehen festlegen.

  0 Kommentare

Kommentar schreiben

Abbildung
(Gaisbeuren / Enzisreute) - Im Zeitraum von Montag, 14. September, bis voraussichtlich Freitag, 25. September, werden entlang der B 30 in Gaisbeuren und Enzisreute mehrere Masten der Straßenbeleuchtung ausgetauscht. Die A...
Abbildung
(Stuttgart) - Zum 1. September 2026 ist in Baden-Württemberg eine neue bürokratische Vorgabe in Kraft getreten. Seitdem muss bei der Berichterstattung über Straftaten grundsätzlich auch die Nationalität der Tatverdäc...
Abbildung
(Baustetten) - Weil ein 18-jähriger am Sonntagnachmittag von einem Käfer belästigt wurde, fuhr er bei Laupheim-Baustetten in eine Baustellenabsicherung. Gegen 15.30 Uhr war der 18-jährige mit seinem Peugeot auf der B 3...
Abbildung
(Ulm) - Mit Verkehrsbehinderungen ist über das Wochenende im Raum Ulm/Neu-Ulm zu rechnen. Für den Ersatzneubau der Adenauerbrücke wird die B 10 von Samstagabend bis Montagmorgen in beiden Fahrtrichtungen voll gesperrt....
Abbildung
(Bad Waldsee) - Zwei Leichtverletzte und Sachschaden von rund 10.000 Euro hat ein Verkehrsunfall am Freitagvormittag auf der B 30 bei Bad Waldsee gefordert. Gegen 10.30 Uhr wollte der 25-jährige Lenker eines Lkw an der Au...
Abbildung
(Äpfingen) - Unachtsamkeit führte nach ersten Erkenntnissen der Polizei zu einem Verkehrsunfall, der sich am Donnerstagabend auf der Abfahrt der B 30 bei Äpfingen ereignet hat.Gegen 18.15 Uhr fuhr ein 54-jähriger mit s...