19.07.2012 - 23:59 Uhr
Franz Fischer
Nr. 3701
695

B 30 bereitet große Probleme

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(Gaisbeuren) - Welche Sorgen und Nöte hat Gaisbeuren? Kara Ballarin von der örtlichen Zeitung hat Ortsvorsteher Franz Bendel auf einer Radtour durch den Ort begleitet.

Nach dem Gaisbeuren früher landwirtschaftlich geprägt war, hat sich in den letzten Jahrzehnten ein Wandel zu einem bedeutenden Gewerbestandort vollzogen. Während nur noch wenige landwirtschaftliche Betriebe vor Ort sind, gibt es nur noch einen einzigen freien Platz im Gewerbegebiet. Ein weiteres Gewerbegebiet ist nicht in Planung. "Der Wasserstall in Bad Waldsee hat den Vorzug", sagt der Ortsvorsteher.

Die Hauptschlagader Oberschwaben, die B 30, führt mitten durch den Ort. Zigtausende Autos und Laster nutzen die Route jeden Tag. "Morgens fließt ein Haufen Verkehr von Bad Waldsee nach Ravensburg, abends wieder zurück." Der abendliche Rückstau reiche zeitweise bis zum Egelsee. Grund dafür seien vor allem die vielen Linksabbieger, die im Ort in Richtung Reute und Aulendorf abbiegen. Bendel sagt: "Die B 30 ist die drängendste Frage."

Könnte er bestimmen, wie ein Neubau der B 30 verlaufen sollte: "Eine Unterführung durch Gaisbeuren und eine Umfahrung von Enzisreute." So unwahrscheinlich findet er diese Variante nicht, selbst wenn sie etwas teurer wäre. Schließlich wären die anderen Trassen viel belastender. "Es ist auch noch offen, ob die B 30 vierspurig sein muss", sagt er. Doch zunächst gehe es darum, in der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans 2015 in den "Vordringlichen Bedarf" zu gelangen.

Mit Busanbindungen sei Gaisbeuren sehr gut ausgestattet. Allerdings fehle ein Radweg entlang der B 30 nach Enzisreute. "Dort gibt es etwa 80 Arbeitsplätze", weiß Bendel. Einige pendeln von Gaisbeuren dorthin, die das gerne mit dem Rad täten. "Aber die B 30 ist zu gefährlich", sagt er. Auch Kinder und Rollstuhlfahrer müssen die B 30 wegen des fehlenden Weges benutzen oder einen Umweg fahren.

Trotz vielbefahrener B 30 und Fokus auf das Gewerbe ist Gaisbeuren auch ein beliebter Wohnort. Das Baugebiet "Am Zettelbach" ist vollends erschlossen und alle Bauplätze bereits vergeben Hier und da steht sogar schon ein Haus. Gedeckt ist der Bedarf dennoch nicht. "Es gibt weiter Anfragen", sagt Bendel, "doch jetzt ist erst mal Reute dran."

Die Gaisbeurer Jugend ist derzeit obdachlos. "Bis vor einem halben Jahr stand ein Bauwagen im Gewerbegebiet Gaisbeuren", berichtet Bendel. Der Besitzer des Platzes hat nun Eigenbedarf angemeldet. Wie Bendel berichtet, habe es bereits einen anderen Ort für den Bauwagen gegeben, das Argument dagegen sei der Flächennutzungsplan gewesen. "Jetzt wird weiter gesucht", sagt der Ortsvorsteher.

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