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22.09.2009    23:59 Uhr   -   gemeldet von Franz Fischer   -   Nr. 2402

Die Violetten: Menschen sollten nicht mit dem Auto fahren

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(Wahlkreis Ravensburg) - Ein bisschen Basisdemokratie, ein bisschen Umweltschutz, jede Menge Esoterik: "Die Violetten." Eine Kleinpartei tritt zum ersten Mal bei einer Bundestagswahl an. Wenn sie an die Macht kommt, will ist eine "spirituelle Politik" verfolgen und die Gesellschaft radikal umkrempeln.

Ihr bestes Ergebnis erzielte die Partei, die deutschlandweit nur etwa 1.150 Mitglieder zählt, bei der Europawahl im Juni mit 0,2 Prozent der abgegebenen Stimmen. Ihre Mitglieder streben zwar weiterhin die Trennung zwischen Kirche und Staat an, setzen sich aber für "mehr Spiritualität" in der Politik ein, um "ganzheitliche Lösungen für die elementaren Bedürfnisse aller Bürger zu gestalten", heißt es in der Selbstdarstellung der Kleinpartei.

Eine ihrer Aktivistinnen ist Christine Coelho aus Ravensburg. Die 45-jährige nennt sich Gesundheits-, Erziehungs- und Lebensberaterin. Sie hat keinen medizinischen oder therapeutischen Abschluss, auch keine Heilpraktikerschule besucht. Folglich ist eines ihrer politischen Ziele die "freie Therapiewahl." Coelho findet es "bevormundend", wenn Krankenkassen nur schulmedizinische Therapien bezahlen und sieht in Deutschland eine "einseitige Begünstigung der Pharmaindustrie. Ich kann mit meinen Potenzialen alles Mögliche machen." Ein besserer Umweltschutz ist denn auch die zweite große Forderung der "Violetten".

Das Weltbild scheint ausgesprochen negativ, auch wenn die "Violetten" nach eigenem Bekunden an das Gute im Menschen glauben. "Am Bildungssystem hat sich seit der industriellen Revolution nichts geändert. Schule tötet Kreativität", meint Coelho. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die "deutsche Mentalität gehalten", das Obrigkeitsdenken, der Glaube an Zeugnisse und Zertifikate, meint die 45-jährige. Benz pflichtet ihr bei, "dass die Deutschen alle vier Jahre ihre Eliten wählen und die Verantwortung abgeben", ausgerechnet jene Politiker, die sich dem "schmutzigen Geschäft der Prostitution mit den Mächtigen" hingegeben hätten.

Und haben die Violetten auch Antworten auf regionale Fragen, die in der Bundespolitik gerade eine Rolle spielen? Sind sie zum Beispiel für oder gegen den Bau der B 30 Süd? Coelho antwortet ausweichend. "Seit der Globalisierung hat der Lastwagenverkehr zugenommen. Die Menschen sollten doch mal überlegen, ob sie unbedingt mit dem Auto in die Stadt fahren müssen." Also, lieber keine B 30 bauen, sondern alle zum Busfahren animieren.

Überhaupt könnten viele Probleme der Menschheit durch ein paar einfache technische Fortschritte gelöst werden. Für Fernreisen könnte man, so Benz, doch auch Magnetröhren am Boden des Ozeans bauen, die Flugzeuge überflüssig machen. Coelho findet das wiederum allerdings nicht so gut, wegen des Eingriffs in die Natur. Dafür bringt sie das Erdmagnetfeld ausnutzende Skalarwellen als strahlungsarme Alternative zum Handy ins Spiel. Bionik, auf die Erde gerichtete "Gamma-Ray-Strahlen" und das Ende des "Maya-Kalenders 2012" sind weitere Themen, mit denen sich die Violetten gern beschäftigen.

Aber alles kostest Geld. Wie soll man das bezahlten? Benz: "Man darf nicht immer vom materialistischen Weltbild ausgehen und fragen: Wie können wir das bezahlen?" Wenn man die jetzige Bürokratie bei den sozialen Transferleistungen abschaffen würde, sei Geld genug da, meint Benz. Und dann werde ein "kreativer Urknall in der Gesellschaft" gezündet, weil jeder seiner Existenzsorgen entledigt sei.
 Tags: Coelho  Benz  Menschen  Violetten  Auto 

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