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14.11.2021    19:15 Uhr   -   von Franz Fischer   -   Nr. 7552   -   58

Friedhofsschranke kostete fast 135.000 Euro

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(Hamburg) - Am 9. November stellte der Bund der Steuerzahler sein 49. Schwarzbuch mit Steuergeldverschwendungsfälle in ganz Deutschland vor. Auch in der Ausgabe 2021/22 werden unnötige Ausgaben im Verkehrsbereich beklagt, wie in Hamburg-Ohlsdorf.

Die Hansestadt Hamburg legt großen Wert auf die Friedhofsruhe: Eine Verkehrszählung ergab, dass mehr als 5.000 von 8.600 Fahrzeuge, die täglich auf den Ohlsdorfer Friedhof fuhren, das Areal zur Durchfahrt nutzten. Das sollte mit einer Schranke beendet werden. Polizei und Feuerwehr sollten weiter durchfahren können und auch jeder, der zu einer Beisetzung wollte. Dazu muss man sich mit einer Klingel anmelden und während der Öffnungszeiten des Friedhofs öffnet der Wachdienst.

In der Anfangsphase bekam die Friedhofsverwaltung laut Medienberichten täglich mehr als 100 Beschwerden. Selbst ein kurzer Besuch sei nicht mehr möglich, weil man jetzt abhängig vom Wohnort um den ganzen Friedhof herumfahren müsse. Ursprünglich plante der Aufsichtsrat der Hamburger Friedhöfe sogar eine Gebühr von bis zu 3 Euro pro Auto. Nach einer Welle der Empörung wurde die Friedhofs-Maut aufgegeben.

Die Kosten waren sehr hoch: Laut Medien soll das Projekt „Schranke“ 448.000 Euro gekostet haben. Diese Zahl kommentiert die zuständige Behörde: Das Schrankensystem habe nur 114.172 Euro gekostet. Zusätzlich sei ein Glasfasernetz ausgebaut worden. Die Endabrechnung weise dafür Kosten von 249.639 Euro aus.

Wegen technischer Probleme musste schließlich Personal an der Schranke bereitgestellt werden. Von Oktober bis Dezember fielen Personalkosten von 18.606,80 Euro an. Unter anderem konnte die Schranke nicht von der weit entfernten Zentrale geöffnet werden. Für nachträglich angeschaffte Hinweisschilder fielen erneut Kosten von 1.500 Euro an.


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